Google hat erstmals einen Leitfaden veröffentlicht, wie Unternehmen ihre KI-Sichtbarkeit optimieren können. Doch was ist von den Tipps zu halten? Das besprechen wir in dieser Podcastfolge.
Wir gehen Stück für Stück durch die neue Dokumentation. Wie immer stecken die Botschaften zwischen den Zeilen – und oft auch darin, was nicht geschrieben wird.
Spoiler: Die wirklich wichtigen Dinge für Generative Engine Optimization (GEO) fallen fast komplett unter den Tisch. Auch darüber sprechen wir in der Folge.
Google steckt in seiner Tradition fest
Schon die Überschrift und die ersten Zeilen beweisen, wie sehr Google in seiner alten Welt verhaftet ist.
- Ein verdrehter Titel: „Optimizing your website for generative AI features on Google Search.“ KI wird also als Feature betrachtet, das in die alte Suchergebnisse eingebettet ist. Selbst der AI Mode wird nur als „Feature“ bezeichnet. Im Text wird auch von AI Search gesprochen – dabei kann ein KI-System viel mehr als nur eine Suche vereinfachen.
- Ein veralteter USP: Die neuen KI-Funktionen sollen dabei helfen, dass die User besser “Informationen finden”, die sie suchen. Es ist der zentrale Nutzen, den Google über 25 Jahre geliefert hat. Kein Wort von Chats, kein Wort von Interaktion, die viel mehr ist als nur „Suche“. Dabei weiß jedes Schulkind, wie man mit einer KI seine Themen bespricht.
- Überholtes Versprechen: Wer sich als Webmaster an die neuen Optimierungen hält, bekommt “neue Möglichkeiten”, so Google. Die User interagieren angeblich stärker mit dem Content, verweilen länger auf den Inhalten. Belege dafür gibt es nicht. Die Zahlen zeigen das Gegenteil: Fast alle Websites erhalten weniger Google Traffic als vorher, bestenfalls bleibt der Traffic stabil. Früher galt: Wer sich Mühe gibt und vorne steht, bekommt Website Besucher. Genau das wird durch die KI ausgehebelt. Dieses ungeschriebene Gesetz gilt nicht mehr.
Ein Beispiel, das Google nennt und alles offenbart
Im nächsten Absatz will Google erklären, warum SEO immer noch relevant ist für AI Search. Im Kern geht es hier um das „Grounding“. Ein User gibt einen Prompt ein und das KI-System übersetzt dies in mehrere Suchabfragen und speist dies in den Such-Algo ein. Websites, die gut ranken, werden entsprechend ausgelesen und als Quelle referenziert.
Als Beispiel für dieses Vorgehen nennt Google die Suchanfrage „how to fix a lawn that’s full of weeds“, also wie man seinen Rasen wieder in Ordnung bringt, wenn er voll mit Unkraut ist. Eine klassische „W-Frage“ (wie funktioniert etwas etc.). Wer diese Suchanfrage bei Google eingibt, erhält zuerst Werbung mit Unkrautvernichtern. Darunter die KI-Antwort, rechts mit Quellen.
Wer die gleiche Suchanfrage in ChatGPT eingibt, bekommt auch eine Antwort. Allerdings komplett ohne Quellen. Ein KI-System wie ChatGPT muss für solch eine allgemeine Frage nicht mehr dutzende Websites abrufen, sondern kann es aus seinem allgemeinen Wissensspeicher abrufen. Google führt hier noch Suchanfragen aus – obwohl das offensichtlich nicht mehr notwendig ist.
Außerdem fragt ChatGPT nach und bittet um ein Foto. Denn das KI-System will nicht allgemein informieren, sondern persönlich beraten. Wer nun ein Foto hochlädt, bekommt eine individuelle Empfehlung, wie der Rasen wieder in Ordnung gebracht werden kann und welche Produkte dabei helfen können.
Für Unternehmen ist es also irrelevant, zu solch einer Frage von einem KI-System herangezogen zu werden. Man muss dazu keinen Content mehr erstellen, weil man schlicht und ergreifend nur ausgeschlachtet wird.
Viel interessanter dagegen ist es, wenn ein KI-System konkrete Marken und Produkte empfiehlt. Im Kontext des Beispiels etwa Vertikutierer oder spezielle Düngemittel. Hier ist es wichtig erwähnt und empfohlen zu werden. Aber genau auf diesen Aspekt geht Google in dieser Dokumentation nicht ein.
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Empfehlungen aus der Vor-KI-Zeit
Im weiteren Verlauf zählt Google seine Ansprüche auf. Webmaster haben dafür zu sorgen, dass der Content absolut hochwertig und einzigartig ist. Hochwertige Texte, Videos, Fotos – all das hilft laut Google. Auch technisch soll die Website perfekt aufgestellt sein – von Crawling über wenig Javascript bis zur Vermeidung doppelter Inhalte.
Warum man all diesen Aufwand betreiben soll, bleibt allerdings unklar. Die Empfehlungen lesen sich wie rüberkopiert aus den Helfpul Content Updates und den Google Search Quality Rater Guidelines – Themen aus der Vor-KI-Zeit. Denn jetzt bekommt man deswegen nicht mehr Traffic, sondern wird besser von der KI ausgelesen.
Der Aufwand lohnt sich aus unserer Sicht nur im produktnahen Umfeld. Also wenn die User sich konkret über Marken und Produkte informieren, in dem Beispiel etwa über Vertikutierer. Hier wird man dann ausgelesen – kann aber im Gegenzug auch die Antwort der KI mit beeinflussen und dort sichtbar sein.
In diesem Umfeld gibt es zum einen Suchvolumen und damit den Beweis, dass Menschen danach suchen (in der alten Suche oder in neuen KI-Systemen). Zum anderen zeigen alle KI-Systeme – auch ChatGPT – hier Quellen, Produkte und Links zu Shops an.
Es kommt also darauf an, sich auf die relevanten Prompts zu konzentrieren – siehe Screenshot. Und nicht allgemein für AI Search zu optimieren.
Das einzige, was wirklich hilfreich ist an dem Dokument: Wie Google mit GEO-Mythen aufräumt (dazu das LinkedIn Posting von Fabian Jaeckert).
Lichtblick: Google räumt mit GEO-Mythen auf
Einziger Lichtblick der neuen Dokumentation: Google räumt mit mehreren GEO-Mythen auf – vor allem auf der technischen Ebene. So schreibt Google:
- „You don’t need to create new machine readable files“ (llms.txt)
- „There’s no requirement to break your content into tiny pieces“ (chunking)
- „Structured data isn’t required for generative AI search“
Alle drei Punkte werden in der Branche als GEO-Maßnahmen diskutiert. Unter anderem hier in einem Experten-Interview inklusive Studie zu strukturierten Daten.
Fazit: Unternehmen brauchen eine GEO-Strategie
Unsere Gespräche mit SEO- und GEO-Profis
Wir beraten Marketing-Verantwortliche in SEO & GEO
Für alle, die einen SEO-Sparringspartner suchen oder eine umfassende SEO-Beratung benötigen, sind Fabian und Benjamin die perfekte Wahl. Als Inhouse-SEO-Expertin suchte ich nach kompetenter Unterstützung in Sachen SEO und wurde bei ihnen fündig. In einem äußerst angenehmen Kennenlerngespräch entwickelten wir gemeinsam ein Vorgehen, um das Thema SEO bei den einzelnen Stakeholdern zu etablieren und dadurch mehr interne Sichtbarkeit für das Thema zu gewinnen. Basierend auf diesem Erstgespräch und einem gemeinsamen Kick-Off mit den Stakeholdern wurde von den beiden eine fundierte SEO- und Content-Strategie für einen Produktbereich entwickelt. Seitdem begleiten mich beide als Sparringspartner bei der Umsetzung.
Die Zusammenarbeit mit Fabian und Benjamin bereitet mir und allen Projektbeteiligten große Freude, da sie ihr Handwerk verstehen und eine immense Leidenschaft für SEO mitbringen. Diese Kombination ist ansteckend und motiviert alle zu Höchstleistungen.
Mit großer Zufriedenheit blicke ich auf das SEO-Projekt zurück, dass wir mit Benjamin und Fabian durchgeführt haben. Zum einen war die Zusammenarbeit auf einer sehr sympathischen, zielorientierten Ebene. Zum anderen war die Beratung so ausgerichtet, dass wir direkt mit der Umsetzung loslegen konnten. Wir haben ganz konkrete Optimierungsvorschläge bekommen, die auf unsere internen Kapazitäten abgestimmt waren und daher auch realistisch umsetzbar waren. Auch wenn erst ein paar Monate vergangen sind, können wir jetzt schon erste Früchte unserer Arbeit in den Google-Rankings sehen. Der Traffic bei den für uns relevanten Keywords nimmt stetig zu und wir haben noch genug konkrete Arbeitspakete von Benjamin in der Pipeline, mit denen wir unsere Site boosten können. Außerdem haben wir durch die Beratung intern so viel SEO-Know-how erworben, dass wir inzwischen selbständig unsere Site optimieren können. Und das Wichtigste: Die Besucherzahlen haben sich verdoppelt – mit entsprechend positiven Auswirkungen auf den Umsatz.























