Content Optimierung: Das alte SEO Playbook hat ausgedient. Hier sind die Alternativen

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Content Optimierung war in SEO früher eine feste – und sehr ertragreiche – Aufgabe. Alte Artikel, die schon länger ranken, wurden aktualisiert und erweitert. Das Ergebnis: Fast immer haben sich die Google Rankings verbessert – und damit der SEO-Traffic, Leads und Sales.

In manchen Unternehmen arbeiten ganze Teams an der reinen Optimierung des SEO Content. Oft sind es große Magazine, also redaktioneller bzw. informationeller Content. Doch diese klassische SEO-Aufgabe steckt jetzt in einer Sackgasse.

Denn egal, wie sehr man seine Artikel optimiert: Vorne steht immer die KI-Antwort von Google (AI Overviews). Platz 1 ist also unerreichbar. Bald kommt der AI Mode auch nach Deutschland. Dann sieht Google aus wie ChatGPT und es stellt sich noch viel mehr die Frage, ob man klassischen SEO Content produzieren sollte.

Doch müssen wir deswegen nicht mehr am Content arbeiten? Aus unserer Sicht ist genau das Gegenteil der Fall. Es gibt viele Bereiche für Content Optimierung. Über diese Alternativen sprechen wir in unserem Podcast – und hier im Beitrag. Wir brauchen neue Strategien, neue KPIs und neue Vorgehensweisen.

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SEO Content Optimierung: Das ist die aktuelle Situation (Stand 2025)

Typische Prozesse

Erfahrene SEO-Verantwortliche monitoren ihre Google Rankings. Wenn ein Artikel zum Beispiel von Platz 1 auf 3 abrutscht, werden sie aktiv. Andere Artikel bleiben evtl. in den Top20 stecken, schaffen es also nicht nach ganz vorne. Auch solcher Content wird in der Regel „nach-optimiert“. Gängige Vorgehensweise ist, den Artikel umfassender zu gestalten, also mehr Aspekte hinzuzufügen, bestimmte Longtail Keywords stärker zu berücksichtigen und die interne Verlinkung zu stärken. Solche aktualisierten Artikel sind dann oft sehr zügig im Ranking wieder nach vorne gekommen. So arbeitete zum Beispiel auch Hubspot, wie die SEO-Verantwortliche hier in einem Interview (2022) geschildert hat.

Derzeitige Ausweichschritte

Seit Google die AI Overviews eingeführt hat, werden in der SEO-Branche zwei Workaurounds diskutiert. Zum einen geht es darum, rechts am Rand als Quelle genannt zu werden. Hier werden die bisherigen Content Optimierungsregeln angewendet. Als Quelle genannt zu werden, führt allerdings zu viel weniger Klicks. Stattdessen wird dann die reine Sichtbarkeit (Impression) als KPI herangezogen. Man ist allgemein sichtbar. Der zweite Workaround zielt darauf ab, auf Keywords zu optimieren, bei denen keine AI Overviews erscheinen. Doch die KI-Antworten werden auf immer mehr Keywords angezeigt. Mit dem anstehenden AI Mode ist dieses taktische Ausweichmanöver auch obsolet.

Auch wir sind von der aktuellen Entwicklung betroffen

Wir selbst standen mit diesem Artikel hier zu „Content Optimierung“ bei Google auf Platz 1. Aber seitdem die AI Overviews vorhanden sind, bekommt der Artikel immer weniger Klicks. Das ist auch logisch. Denn Google fasst letztlich unsere Inhalte zusammen. Der User muss nicht mehr klicken. Wir stehen also auch vor der Frage, was wir mit unseren Inhalten machen sollen.

Unsere Antwort darauf: Wir gehen einen Schritt weiter. Alles, was in den AI Overviews beantwortet wird, müssen wir nicht mehr besprechen. Wir setzen dort an, was noch nicht besprochen wird. Wir fügen unserem Artikel also neue Erkenntnisse und eigene Erfahrungen hinzu. Diesen Ansatz nennen wir First-hand-Experience Content.

Neben dem Ziel SEO Traffic und Quellen-Sichtbarkeit gibt es noch viele weitere Traffic Metriken, die wir messen können:

  • Klicks über LinkedIn
  • Klicks aus unserem Newsletter
  • Klicks über unsere Podcast Shownotes
  • Klicks über die Startseite und unser Magazin

Und auch Klicks aus Google. Weil wir jetzt mehr liefern als die allgemeine Antwort, die von der KI gegeben wird. Das Dilemma steckt dahin, dass viele Marketing-Verantwortliche in der Kategorie „SEO Content“ denken. Aber ein Content liefert auf vielen Ebenen ab.

Content Optimierung Beispiel

Kurze Randnote: Es kann gut sein, dass wir unsere Top-Position verlieren. Weil wir diesen Artikel hier komplett neu geschrieben haben. Das ist ein Risiko, dass wir bereit sind zu tragen. Veralteter Content, der kaum noch geklickt wird – da ist die Top-Position nicht viel wert.

Unser SEO- und GEO-Newsletter

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Es gibt sehr viel mehr Content, der optimiert werden kann

Webinar Content

In unserer Beratung analysieren wir auch immer Lead-Content. Zum Beispiel Webinar-Landingpages. Hier sehen wir sehr viel Optimierungspotenzial. Die meisten Webinare sind schlicht uninteressant. Es werden allgemeine Dinge referiert, die die User mit ein bisschen Recherche in ChatGPT und Google selbst herausfinden können. Auch werden viele Webinare nur einmalig gehalten und auf die reine Teilnehmerzahl geschaut. Wir empfehlen dagegen, Webinare häufiger zu halten und die Verweildauer und Absprungraten zu analysieren. Anschließend kann man die Charts und Aussagen an diesen Stellen verbessern.

Case Studies

Case Studies und Interviews sind sehr wichtig für den Vertrauensaufbau in der Customer Journey. Doch viele dieser Case Studies sind zu werblich und zu oberflächlich. Außerdem bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, einzelne Aspekte auf der gesamten Website oder auch auf anderen Plattformen zu nutzen. Dafür gehören diese Formate auch in die Liste der Content Optimierung. Stattdessen wird sich aber mit schlechten Conversion Rates abgegeben – und im Zweifel das Google Ads Budget erhöht. Aus unserer Sicht verschwendetes Geld.

Content für GEO bzw. LLMO optimieren – das sind die zwei Perspektiven

GEO-Texte

Wann und wie berücksichtigen KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Copilot und der AI Mode deinen Website-Content? Hier wird in der Branche diskutiert, ob und welche „GEO-Texte“ man benötigt. Die Anforderungen hier sind ähnlich zu SEO, etwa im Bezug auf Überschriften-Struktur und Verständlichkeit. Das halten wir für valide, weil viele KI-Systeme die Suche aktivieren und dann auf Artikel zugreifen, die in den klassischen Rankings der Suchmaschinen vorne stehen. Allerdings muss man sich aus unserer Sicht fragen, welchen Content man noch optimiert.

Unique Texte

Was wir in unserer Webanalyse auch sehen: Artikel mit eigener Erfahrung und Expertise, die viele unbekannte Aspekte abdecken, werden häufiger in KI-Systemen angeklickt. Aus User-Sicht ist das auch logisch: Schließlich bekommt man hier mehr als die gängige Antwort. Man steht also auch hier wieder vor der Frage, wie sehr man den Content für die User schreibt – und wie viel für KI-Systeme. Wir plädieren seit vielen Jahren dafür, hier Brücken zu bauen und genau abzuwägen, was einem in welchem Fall wichtiger ist.

Auch in diesen Folgen geht es um Content Optimierung für SEO

Content Bundling: Wie du Inhalte bündelst und entbündelst
Es geht nicht nur darum, neuen Content zu produzieren.
Die Klickrate (CTR): Der geheime Rankingfaktor
Nutzt Google Userdaten für das Ranking?
AI Overviews in Deutschland: Wie geht es mit SEO weiter?
Die “alten” Top10 rutschen aus dem sichtbaren Bereich.
Was ist das beste…? Produktsuche im Wandel bei Google und ChatGPT
Wir analysieren die Suchergebnisse
6 SEO Mythen: Echte Geschichten aus unserem Beratungsalltag
Es gibt zahlreiche falsche Vorstellungen und Glaubenssätze zu SEO.
Welche Zukunft hat SEO-Content? Interview mit Elena Geiger
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Wie spricht ein KI-System über dein Unternehmen? Interview mit Hanns Kronenberg
Wie KI-Systeme funktionieren, wer davon bedroht ist und wer nicht – und ob und wie man für solche Systeme wirklich optimieren kann.
Vorgestellt: Unser Framework für Reichweite, Relevanz und Leads
Dabei geht es natürlich um SEO. Aber auch um viele weitere Kanäle.
Logfile Analyse: Wie KI-Bots deine Website verarbeiten
Es kommen täglich diverse KI-Bots auf unsere Website...
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Was bleibt – und was verändert sich?
Der neue AI Mode von Google: Wie er funktioniert – und was sich in SEO ändert
Unternehmen werden weiter in organische Sichtbarkeit investieren müssen.
“GEO wird 100-mal stärker als SEO”: Interview mit Malte Landwehr, CMO von Peec AI
Wir sprechen mit Malte über seine Zweifel an SEO – und warum das für ihn kein Ende, sondern ein Anfang ist.
Brand Monitoring in ChatGPT, Gemini und Co.
Welche Prompts überwachst du?

Neu in unserer GEO & LLMO Academy

SEO & GEO für Solopreneure

Innovative Solo-Selbstständige denken unternehmerisch und verfügen über tiefes Expertenwissen – doch gerade für neue, ungewöhnliche Angebote fehlen oft passende Keywords. Auch KI-Systeme greifen meist nur auf Bekanntes zurück. In diesem Workshop zeigen wir an einem realen Beispiel eines Mitglieds, welche Chancen Solo-Unternehmer*innen in SEO und GEO haben und wie sie darüber neue Kunden gewinnen können. Wir bauen eine Brücke von klassischer Google-Optimierung zu modernen KI-Systemen – von Keyword-Strategien bis zu konkreten Content-Maßnahmen.

KI zeigt Quellen – du beeinflusst sie: Neue Outreach-Strategien

Warum empfehlen KI-Systeme bestimmte Unternehmen – und andere nicht? Ein Grund: Weil die Sprachmodelle auf externe Quellen im Internet zugreifen – das sogenannte Grounding. Wer in diesen Quellen vorkommt, landet häufiger in KI-Antworten. Wer fehlt, verliert Sichtbarkeit – trotz guter Inhalte. Hier entsteht ein neues Arbeitsfeld zwischen PR, Media und SEO: AI Source Optimization. Noch ist unklar, wer sich darum kümmert. Aber klar ist: Die Wirkung ist hoch. Genau das zeigen wir in diesem Academy Workshop anhand eines B2C- und eines B2B-Beispiels.

GEO für Onlineshops

Kaufentscheidung getroffen – nach drei Prompts. Willkommen im neuen Zeitalter von ChatGPT Shopping. User bekommen heute alles in einer KI-Antwort: Top-Auswahl, Preisvergleich, Reviews. ChatGPT liefert die komplette Kaufberatung. Personalisiert, ohne Werbung. Dieser Wandel passiert jetzt. Ob Hersteller oder Händler: Onlineshops berichten uns, dass sie Sales über ChatGPT machen. Darüber sprechen wir in diesem Academy Workshop.

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