WordPress SEO: Interview mit Kai Spriestersbach

Benutzt ihr auch WordPress? Dann fragt ihr euch sicher, wie ihr mit eurem WordPress erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung macht. So viel vorab: Es gibt viele Missverständnisse und Fallstricke.

Deswegen haben wir uns für dieses Thema einen Experten dazugeholt: Kai Spriestersbach gehört unter den SEOs zur „Alten Garde“. Er ist seit vielen Jahren SEO-Berater und hat einen Schwerpunkt auf WordPress SEO gesetzt.

Wir sprechen im Podcast darüber, warum ein SEO Plugin für WordPress noch keine SEO-Strategie ist, welche Fallen es beim Blogartikel schreiben gibt, wie man seine Core Web Vitals verbessert und mit welchen Themes und Plugins Kai arbeitet.

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Unser Gast zum Thema WordPress SEO: Kai Spriestersbach

Kai Spriestersbach arbeitet seit über 15 Jahren im Online-Marketing und steht als SEO-Speaker regelmäßig auf Bühnen der großen Konferenzen. Seit der ersten WordPress-Version 2004 beschäftigt er sich mit diesem CMS. Seit 2009 hat er sich zudem auf technische Suchmaschinenoptimierung spezialisiert. Kai ist außerdem ausgebildeter Mediengestalter.

Damit verbindet Kai Spriestersbach mehrere Welten: Die User-Perspektive mit dem technischen, analytischen Blick auf Websites. In seinem Online-Magazin Search One hat er zahlreiche Artikel zu den Themen veröffentlicht. Genau darum geht es auch in unserem Gespräch: Wir sprechen über Content, Technik und die internen Prozesse in Unternehmen.

Kais Link-Tipps:

WordPress SEO Plugins: Warum das nicht ausreicht

Zahlreiche WordPress SEO Plugins auf dem Markt

Es gibt zahlreiche SEO Plugins für WordPress wie Yoast, Rank Math, WP SEO und viele weitere. Für Kai bügeln diese Plugins die Unzulänglichkeiten aus, die WordPress in der Rohinstallation hat. Etwa einzelne Seiten auf No-Index zu setzen wie etwa Tag-Seiten. Strukturierte Daten, Baumstrukturen, interne automatisierte Verlinkung sind weitere Themen. Dafür kann man Plugins gezielt nutzen. Man sollte aber auch immer „haushalten“ und generell darauf achten, ob alle Plugins auch wirklich genutzt werden – oder nur die Ladezeit verstopfen.

WordPress SEO Plugins ersetzen keine SEO-Strategie

Bei SEO geht es um eine Keyword-Recherche in der Tiefe, um Website-Architektur, um gute Content Assets und gute Links. All das liefern Plugins erst einmal nicht. Sie unterstützen die Verantwortlichen also auf der operativen Ebene in bestimmten Aspekten, aber nicht auf der strategischen Ebene. Genau darin sieht Kai ein großes Manko: Viele starten mit Content – ohne eine Strategie. Kai: „Mit welchen Assets will, aber kann ich auch überhaupt wen mit welchen Suchanfragen erreichen?“

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SEO aus der Praxis: Unsere Podcast-Interviews

WordPress & SEO: „Bloggen an sich ist keine SEO-Strategie“

Auf Qualität setzen

„Bloggen an sich ist keine SEO-Strategie“, sagt Kai Spriestersbach. Alte Artikel rutschen nach hinten ins Archiv, sind nicht mehr sichtbar – weder für den User noch für Google. Priorität sollte auf der Qualität liegen, sagt Kai. „Wenn ich es nicht schaffe, zehn gute Artikel pro Woche zu veröffentlichen, dann mache ich nur einen Artikel pro Woche oder Monat. Ich habe Kunden auch schon empfohlen, einen Artikel pro Quartal zu veröffentlichen. Das sind vier richtig gute Assets pro Jahr. Das bringt mehr, als nur Quatsch zu veröffentlichen.“

Alte Artikel aktualisieren

Oft werden alte Artikel schlicht vergessen. Sie vergammeln im Archiv. Dabei ranken sie vielleicht bereits und sind im Grunde schon erfolgreich. Also macht es Sinn, in den Redaktionsplan auch eine Überarbeitung und Aktualisierung aufzunehmen und an seinen bestehenden Assets zu arbeiten. „Ich aktualisiere Evergreens regelmäßig. Ich halte sie immer aktiv“, sagt Kai. Andere Artikel, die vielleicht nicht funktionieren, sollten auch angepackt werden, verbessert oder auch gelöscht werden.

Diskussion mit unseren Hörern über WordPress SEO

Wie steht es um die Ladezeiten in WordPress? Oder überspitzt gefragt: Ist WordPress immer langsam, wie diese Analyse von Sistrix den Anschein erweckt? Das fragt Fabian auf LinkedIn. Hier geht’s zur Diskussion.

Wie kann man gut seinen bestehenden Content überarbeiten? Mit dieser Frage hat Benjamin tagtäglich zu tun. Hier schildert er zwei unterschiedliche Vorgehensweisen. In einer weiteren Diskussion geht es um die Frage, ob man alte Artikel überarbeitet oder neue produziert.

SEO für WordPress: Die Erfahrungen von Kai Spriestersbach

Benjamin: Heute reden wir über WordPress SEO mit Kai Spriestersbach. Kai, du bist ja so, kann man schon sagen, die alte Garde, du gehörst zu der alten Garde unter den Suchmaschinenoptimierern. Fachbuchautor, habe ich mal gesehen, auch schon ein paar Jahre her, das Buch, also schon richtig lange dabei, oft auch Speaker auf Konferenzen. Dein Spezialgebiet ist ja WordPress und, ja, da haben wir uns gedacht, ist auch ein super Thema, beschäftigt auch sehr viele unserer Hörerinnen und Hörer. Ja, danke, dass du dir die Zeit nimmst für das Gespräch. #00:00:48-4#

Kai: Ja, gerne, vielen Dank für die Einladung! #00:00:50-0#

Fabian: Ja, auch von mir, ich freue mich total, auch mal wieder einen technischen Kollegen sozusagen im Podcast zu haben. Und deswegen würde ich auch direkt mit der ersten Frage reingrätschen: Wenn man an WordPress und SEO denkt, dann ist man direkt auch beim Thema Plugins, und was ich so oft höre, ist, dass viele denken, dass das Thema Suchmaschinenoptimierung mit einem Plugin dann erledigt ist, ja, so hat man dann sozusagen mit abgedeckt und dann passt das alles. Wie siehst du das denn? #00:01:20-3#

SEO Plugins vs. SEO-Strategie

Kai: Ja, es wäre schön, wenn es so einfach wäre. (lacht) Also ich sage mal so, ich finde, so ein SEO-Plugin, da gibt es tausende mittlerweile, also ob das jetzt ein Yoast ist oder so ein Rank Math oder wie die alle heißen, die sind alle mittlerweile ganz gut geeignet, aber im Endeffekt für mich bügeln die immer nur erst mal die Unzulänglichkeiten aus, die WordPress einfach so noch hat. Also so eine nackte Installation, da sind so ein paar Dinge nicht so ganz schlau gelöst aus SEO-Sicht, und dafür nutze ich das SEO-Plugin. Aber SEO an sich ist ja noch viel mehr, da geht es ja um Strategie, um Informationsarchitekturen und vor allem um gute Inhalte und gute Links, und das nimmt einem ja kein Plugin der Welt ab, also das wäre ja wirklich ein Traum, wenn das funktionieren würde (lachend). #00:02:02-6#

Fabian: Wie würdest du das denn definieren, so eine grundsätzliche SEO-Strategie generell, also wenn du jetzt mal bisschen von WordPress abstrahierst und einfach mal sagst: Also das sind Dinge, die man jetzt abseits von einem WordPress-SEO-Plugin generell auf dem Schirm haben müsste. #00:02:17-3#

„Mit welchen Assets will, aber kann ich auch überhaupt wen mit welchen Suchanfragen erreichen?“

Kai: Ja, das ist eine super Frage, also ob WordPress oder egal, was für ein System man nutzt, erst mal sollte man überhaupt eine SEO-Strategie haben, weil ich merke das oft, dass viele einfach mal anfangen, hier was machen, da was machen, ohne sich irgendwie grundsätzlich so Gedanken zu machen. Also für mich ist immer, die beste SEO-Strategie kommt aus der Positionierung des Unternehmens raus, also: Gibt es überhaupt eine Positionierung? Wer will ich sein als Unternehmen, wofür will ich stehen? Und dementsprechend entstehen darauf  die Ableitungen für mich, mit welchen Assets will, aber kann ich auch überhaupt wen mit welchen Suchanfragen erreichen? Das sind immer so die drei Fragen, die ich stelle. Weil ich kann mir was ausdenken, wenn ich es einfach nicht exekutiert bekomme, nicht das Budget habe, nicht die Manpower habe oder so, also deshalb ist auch das „Kann“ auch immer ganz wichtig, weil wollen tun immer viele. (lacht) Und dann geht es natürlich, wenn die technischen Basics gelöst sind, rein in die Keyword Research, also wer ist die Zielgruppe, wie suchen die, welche Assets habe ich, welche funktionieren schon, kann ich da zusammenführen? Was muss ich neu produzieren, wer produziert es, wann, wie, für wen? Also so eine Art Redaktionsplan, ja, und letztlich sind wir dann doch noch in dem Thema Verlinkung auch, ist natürlich wichtig, grad, wenn ich halt als neues Unternehmen starte, dann kennt mich Google nicht. Da muss ich ja auch erst mal ein bisschen zeigen, dass ich vertrauenswürdig bin, das heißt, da gehört auch so eine Outreach-Strategie dazu, dass ich Leute aktiviere, meine Inhalte zu konsumieren, dass ich die verteile, vielleicht, ja, hoffentlich schaffe ich das, dass die sich auch drauf verlinken oder erwähnen. Genau, all das gehört für mich in eine gute SEO-Strategie. #00:03:47-9#

Benjamin: Sehr schön, jetzt haben wir schonmal direkt zum Anfang geklärt, dass Suchmaschinenoptimierung mehr ist als so ein Plugin bei WordPress. Aber ich muss trotzdem nochmal kurz nachfragen, du hast gesagt, die bügeln sozusagen die Unzulänglichkeiten aus, die so ein WordPress in der Rohinstallation jetzt hat. Was denn zum Beispiel? #00:04:04-0#

WordPress Installation: Was alles fehlt

Kai: Also beispielsweise einfach fehlt WordPress in der Standardinstallation die Möglichkeit, einzelne Seiten auf no-index zu setzen, oder so ein Klassiker, Tag-Seiten oder Kategorieseiten. Wenn man jetzt anfängt zu bloggen und dann vergibt man mit jedem Post ein paar Tags, dann hat man sehr, sehr schnell viel, viel mehr Tag-Seiten als Artikel. (lacht) Und wenn man die dann alle auch sozusagen standardmäßig in den Index schiebt, ja, dann hat man zu viele Seiten im Index, die alle so ein bisschen immer wieder die Teaser von den Artikeln oder sogar die ganzen Artikel enthalten, und dann weiß Google hinten und vorne nicht mehr, was jetzt überhaupt ranken soll. Das sind so die wichtigsten Dinge. Ansonsten natürlich das Thema strukturierte Daten ist ganz wichtig, das fehlt halt in der Standardinstallation. Auch das Thema interne Verlinkung finde ich ganz wichtig, da reichen mir so die internen Tools von WordPress nicht, wobei es viel besser geworden ist jetzt mit diesem Neuen, dass man eben nach einem Schlagwort in der Verlinkungsbox über den Editor Schlagwort suchen kann und dann sieht man ja drunter quasi alle Artikel, die das enthalten, oder auch Seiten. Es ist deutlich besser geworden, aber, ja, wenn es um strukturelle oder auch automatisierte Verlinkungen geht, da gibt es ein paar coole Plugins. #00:05:11-8#

Benjamin: Wir haben schon den Eindruck, superviele nutzen WordPress, aber genau so viele gibt es dann, die Drupal oder TYPO3, ja, oder ein selbstgebautes CMS auch gerne immer noch nutzen so. Würdest du denn sagen, WordPress eignet sich per se schon am besten oder sehr gut für eine SEO-Strategie, oder würdest du sagen, spielt keine Rolle? #00:05:37-6#

Kai: Na ja, also pauschal kann man das so nicht sagen. Es ist natürlich schon so, also ich würde mal sagen, ein gut gemachtes TYPO3, wenn ich einen fähigen Entwickler habe und jemanden, der Ahnung hat, worauf er zu achten hat, dann ist es natürlich genauso gut geeignet. Aber generell für Einsteiger oder auch gerade Unternehmen, die jetzt nicht so ein riesen Technologiebudget haben, ist halt WordPress aus meiner Sicht das Einfachste und die sinnvollste Wahl, weil es einfach in diesem Ökosystem supersuperviele Plugins gibt, Themes, Entwickler, da ist einfach so viel Know-how schon reingeflossen und es ist so viel schon da, was ich relativ einfach und kostengünstig einsetzen kann, um zu einem sehr guten Ergebnis zu kommen. Wenn ich jetzt dran denke, ich würde heute anfangen, ein neues CMS komplett von null zu bauen, oh Gott, an was man da alles denken muss (lachend), wie viele Bugs man da erst mal produziert, da ist einfach Aufwand/Nutzen, glaube ich, in einem, ja, guten Verhältnis, wenn man bei WordPress startet. Aber wenn man einen guten Tekkie hat, der sich mit TYPO3 auskennt, wie gesagt, oder ob das Drupal, oder von mir aus kann es auch irgendein unbekanntes Nischen-CMS sein, wie gesagt, es kommt drauf an, dass derjenige, der es macht (lachend), sich damit auskennt. Und wenn man sich eben nicht auskennt, finde ich, ist WordPress immer ein guter Start. #00:06:42-5#

Content Management für SEO: Inhalte verwalten mit WordPress

Fabian: Was sagst du denn zu der Kritik, dass man mit WordPress schlecht seine Inhalte verwalten kann, weil es ein grundsätzliches Blogsystem ist? #00:06:49-4#

Kai: Ja, das stimmt schon, es kommt natürlich aus der Blogwelt, aber mei, wenn ich jetzt mir wirklich angucke, was ich nutze, also klar, bei wirklich großen/ Ich fand die (lachend) Frage von dir ganz spannend eben, wenn ich sehr viele Inhalte im Backend habe, da habe ich das erste Mal wirklich mir die Frage gestellt: Wie mache ich das eigentlich? Und ich gehe tatsächlich immer übers Frontend, das heißt, ich gehe über die Webseite selber, oder ich suche auf Google: site, Doppelpunkt, dann die Domain und dann den Inhalt. (lacht) #00:07:13-7#

Benjamin: (Juhu?), das mache ich auch immer! (lacht) #00:07:15-3#

Kai: Ja, siehst du (lachend)? (lacht) Und dann hast du ja die schöne Admin Bar und da steige ich dann in „Seite bearbeiten“, „Artikel bearbeiten“, „Kategorie bearbeiten“ einfach ein. Also ich komme damit super zurecht, weil ich finde, also selbst/ Ich habe früher auch TYPO3 gemacht mal in der Agentur, in meiner (lacht) Vor-SEO-Karriere habe ich mal Webseiten gebaut, da haben wir viel TYPO3 gemacht und das fand ich auch nicht wirklich besser. Ich meine klar, so ein Seitenbaum, da gibt es auch Plugins zum Beispiel, wo man in WordPress einfach so ein, wenn man so eine Baumstruktur haben möchte, kann man das alles nachrüsten. Aber letztlich, ich finde, wenn der Inhalt navigierbar sein muss für den Nutzer, dann komme ich da als Bearbeiter ja auch am besten natürlich übers Frontend hin, so wie der Nutzer. Im Zweifel über die Suche. (lacht) #00:07:58-4#

Fabian: Ja, krass, ey, alle TYPO3-Hörer bei uns fallen grad vom Stuhl, #00:08:03-2#

Kai: Weil? #00:08:03-9#

Fabian: dass du sagst: „Ich mache das übers Frontend“, so, weil die alle ihren Baum so feiern. Und ich muss tatsächlich sagen, diese Tree view, die habe ich auch schon entdeckt bei uns, für unsere Podcast-Installation, weil wir auch noch einige Projekte auf TYPO3 haben und da sind wir es auch ein bisschen gewöhnt, mit diesen Bäumen zu arbeiten, darum komme ich jetzt auf diese Frage auch zurück, weil wenn man viel statischen Content hat, natürlich schnell die Frage kommt: Wie verwalte ich das denn? Lass uns nochmal kurz ein bisschen so bei diesem ganzen Bloggen bleiben. Du hast jetzt schon mal darüber gesprochen, dass du auch das Gefühl hast, dass viele so mit WordPress einsteigen und anfangen zu bloggen, und vielleicht meinen auch viele, ganz viel veröffentlichen zu müssen. Also es ist ja teilweise für viele auch eine SEO-Strategie, einfach viel zu veröffentlichen. Wie siehst du das, wie kann man da wieder rauskommen? #00:08:51-7#

Wie viele Blog-Artikel sollte man schreiben?

Kai: Ja, das ist wirklich ein Fluch. Also erst mal, ich denke generell: Bloggen an sich ist keine SEO-Strategie. Ein Blog an sich, so diese Standardansicht von WordPress, dass eben der neuste Artikel oben ist und die dann nach hinten rutschen und dann über paginierte Seiten irgendwann im Archiv landen, wo sie Google dann gar nicht mehr interessieren im Zweifel (lachend), das ist für SEO fast das denkbar Schlechteste. Ich würde immer schauen, erst mal muss ich mir die Frage stellen, also erst mal: Es geht nicht um die Menge, sondern es geht wirklich um die Qualität. Wenn ich es nicht schaffe, zehn gute Artikel die Woche rauszuhauen, dann mache ich halt nur einen oder einen pro Monat. Ich habe Kunden, denen habe ich empfohlen: „Hey, dann macht lieber einen pro Quartal, dann habt ihr vier megageile Assets pro Jahr, die bringen euch langfristig mehr, als wenn ihr da, keine Ahnung, jede Woche auf Biegen und Brechen irgendeinen Quatsch veröffentlicht.“ Auch die alten Artikel wieder zu aktualisieren und wieder rauszuholen. Also ich mache das ganz gern, auf „Search One“ habe ich ja trotzdem noch die klassische Blogansicht, das ist halt mein privater Blog so bisschen als Magazin aufgebaut, aber da mache ich es wirklich so, dass die Evergreens, die aktualisiere ich wieder, weil, keine Ahnung, der Artikel über die besten SEO-Themes oder WordPress-Plugins, den halte ich ständig aktiv, weil das, was ich vor einem Jahr gesagt habe, ist wahrscheinlich heute nicht mehr richtig, und dann wird der sozusagen republished oder wieder nach oben geholt. Und es gibt andere Evergreen-Themen, die hänge ich dann eher, ja, ob das jetzt Artikel oder Seiten sind, ist ja theoretisch erst mal egal, wichtig ist ja, wo sie aufgehängt sind, wie sie verlinkt sind, die habe ich dann teilweise in der Sidebar als Dauerzugriff quasi. Und dann arbeite ich da nach und dran, und wenn mir wieder was einfällt, aktualisiere ich das wieder, gehe wieder drüber, frage mich das, und ich glaube, das müssen die Unternehmen erst mal verstehen, dass es darum geht, auszuprobieren, zu messen und zu lernen, was funktioniert, was funktioniert nicht. Und dann kann ich sagen: Das, was gut funktioniert, macht mehr davon (lachend), das, was nicht funktioniert, muss ich mir halt kritisch anschauen, kann ich das verbessern, oder vielleicht auch rausschmeißen. #00:10:43-8#

Benjamin: Und das ist genau der Punkt, was mich auch immer stört an der Aussage: Jedes Unternehmen muss jetzt ein Medienunternehmen werden. #00:10:51-2#

Kai: Ja, // natürlich ist das Quatsch. #00:10:52-6#

Benjamin: Ich selber komme ja selber aus dem Publishing, habe früher bei einer Tageszeitung gearbeitet. Jeden Morgen kommst du rein, die ganze Seite ist leer und dann musst du halt einfach Interviews machen, musst durchprügeln, am Ende des Abends ist die Seite voll, dann wird die belichtet, dann geht die in den Druck, und am nächsten Tag geht es wieder von vorne los, ja? Das ist wirklich immer nur neu rausfeuern so, und was du jetzt sagst, ist halt eben wirklich dieser ganz andere Prozess, zu verstehen: Jedes Stück Content ist ein Asset und da habe ich dran zu arbeiten. Ob das jetzt sozusagen drei Jahre alt ist oder drei Wochen, spielt eigentlich keine Rolle, so, sondern ich muss sozusagen rauskommen aus dieser Denke, dass ich immer weiter immer neuen Content produzieren muss. Habe ich dich da richtig verstanden? #00:11:36-0#

Kai: Ja, auf jeden Fall. Also wenn ich jetzt überlege, ich hätte, keine Ahnung, sagen wir mal, zehn Stunden zu investieren, dann sind die in der Regel auch besser investiert einfach, wenn ich mal rein wirtschaftlich gucke. Wenn ich zehn Stunden lang vorhandene Artikel verbessere, erreiche ich damit in der Regel viel, viel mehr, als wenn ich jetzt zehn Stunden habe: Was schaffe ich da? Vielleicht einen oder zwei gute Artikel, wenn ich Glück habe und wenn ich schnell bin. Die wenigsten Unternehmen haben ja interne Mitarbeiter, die sich ausschließlich jetzt wirklich, sage ich mal, um Inhalte, ja, wie ein Journalist kümmern können. Das ist dann meistens irgendjemand, der das so mitmacht, oder eine halbe Stelle, oder jemand aus der Unternehmenskommunikation, wenn man überhaupt jemand im Thema PR hat. Oder ganz oft, was ich halt sehe (lachend): Der SEO, der manchmal da sogar noch einen technischen Hintergrund hat, der macht eine Keyword Research und dann kloppt der das eins zu eins irgendwie in Texte und bestellt bei einer Textbörse, weil er halt ein Keyword abdecken will, irgendeinen Text. Am besten noch ohne Briefing, im schlimmsten Falle noch mit irgendeinem Keyword-Dichte-Briefing aus den alten Zeiten (lachend). Und derjenige, der wird dann pro Wort bezahlt und ich meine, klar, da kann nichts bei rauskommen, der schreibt halt dann, damit er sein Geld verdient, irgendwas, dass er das Ding abgenommen bekommt. #00:12:42-7#

Fabian: Also du als technischer SEO-Manager würdest tatsächlich auch empfehlen, dass Unternehmen mehr in ihre Content Assets investieren beziehungsweise in das Personal, was den Content erstellt? #00:12:51-3#

Kai: Natürlich, also entweder idealerweise habe ich wirklich intern jemanden, wenn ich das als meine Strategie, also meine Online-Marketing-Strategie, verfolge, macht es Sinn, dafür interne Ressourcen aufzubauen. Am Anfang, würde ich sagen, holt euch jemanden Externes, aber es macht halt viel mehr Sinn. Also ich nutze selber auch diese Textbörsen, das macht auch hier und da mal Sinn, zum Beispiel, wenn ich irgendwie einfache Kategorietexte brauche oder einfach irgendwelche Fülltexte für, ja, funktionale Seiten, wo der Text nicht so wichtig ist, wo man leider manchmal noch so, na ja, Fülltexte, nenne ich sie einfach mal, brauche. Die werden wir wahrscheinlich in einem halben Jahr alle mit GPT-3 automatisiert erstellen lassen können (lachend), aber die bringen ja auch keinen Mehrwert, und vor allem nicht langfristig. Und alles andere, was von echten Menschen gelesen werden soll, dann holt euch lieber wirklich freiberufliche Texter, mit denen macht ihr ein gutes Briefing. Der muss erstmal wissen: Wer seid ihr? Welche Zielgruppe wollt ihr erreichen? In welcher Sprache? Das muss ja auch alles Hand in Hand gehen und sinnvoll sein und zum Unternehmen passen. Und wenn ich da von fünf verschiedenen Autoren irgendwie sowas Zusammengestöpseltes bekomme, (seufzt) da möchte ich da nicht meinen Namen drunterschreiben als Unternehmen, also das vergessen halt viele, und/ #00:14:00-3#

Holistischer SEO-Content: Oft eine Bleiwüste

Benjamin: Auf jeden Fall, also ich denke auch, aber gerade auch Markenunternehmen, große oder auch kleine Brands, die in der Nische einfach, ja, professionelle Marketing Manager haben, die sind oft eher Projektmanager, und gleiches gilt auch für, finde ich, so Geschäftsführung, wenn die Unternehmen zehn, zwanzig, dreißig Mitarbeiter haben oder so. Und ich finde auch, du brauchst inhouse auch sowohl jemanden für Suchmaschinenoptimierung für WordPress (lachend) so, als auch jemanden, der wirklich dieses Operative, was du gerade erzählt hast, was du an deiner privaten Webseite machst, auch jemanden, der diesen Feinschliff macht und dieses Nacharbeiten macht und dieses Optimieren macht. Für das Neu-Erstellen, finde ich auch, kann man auch gut überlegen, ob man mit Dienstleistern zusammenarbeitet, oder auch sich das einmal beibringen lässt und dann selber es macht, ne? Ich würde aber gerne noch weitergehen, wenn das für dich okay ist, #00:14:57-5#

Kai: Klar. #00:14:58-3#

Benjamin: weil was mir echt als Texter immer noch so auffällt, ist, dass superviele Blogartikel echt die reinsten Bleiwüsten sind, ja? Das ist ja auch nochmal so eine Meta-Diskussion führen über holistische Inhalte, ja, dass die dann sozusagen so nach dem Motto: Wir schreiben immer mehr und immer nochmal was dran und nochmal was dran, und dann wird das eine Riesen-Bleiwüste, und das sehe ich grad in Blogartikeln wirklich, ich finde es einfach nicht userfreundlich. Und dann wird vorne halt ein Inhaltsverzeichnis drangebaut, das aber dann so aussieht wie eine Magisterarbeit, ja, also: 1.1.4, 1.1.5, ja? Also und ich denke mir so: Ey, also, und allein das Inhaltsverzeichnis ist schon so, dass ich schon drei Minuten scrollen muss, bis ich da durch bin. So // (unv.)/ #00:15:47-5#

Kai: Und am besten kommen noch irgendwelche // Videos rein, nur, damit ein Video drin ist, ob das da Sinn macht, ist völlig egal. (lacht) #00:15:51-4#

Benjamin: Genau, also ich habe es jetzt sehr polemisch // beschrieben, welche/ #00:15:54-2#

Kai: Ja, aber ich weiß, // was du meinst. (lacht) #00:15:54-9#

Benjamin: Welche Möglichkeiten gibt es denn in WordPress, das anders zu machen? #00:15:57-9#

Content in WordPress gestalten – für den User und für SEO

Kai: Ja, also ich würde echt mal sagen, mei, am naheliegendsten ist das Thema Bilder. Aber auch da wieder aufpassen, halt nicht irgendwie Stock Photos oder nur, damit ich ein Bild drin habe, das sieht man halt auch häufig. Wenn ich irgendwie eine Anforderung schreibe an einen Autor: „Ja, pack da bitte Bilder rein“, dann nehmen die halt irgendwas, damit ein Bild drinnen ist. Also dann habe ich so eine, ja, du kennst wahrscheinlich ja den Begriff Text-Bild-Schere. Es muss halt sinnvoll sein. Ich würde echt mal sagen, also ich habe ja in meiner Zeit vor meinem Studium und vor der SEO-Welt mal Mediengestalter tatsächlich gelernt, also ich habe dann ein Faible für Typografie entwickelt, und ich finde, wenn du gerade sagst, so, die meisten Blogs sehen aus wie Textwüsten, du kannst mit Typografie und auch Mikrotypografie so viel rausholen. Also welche Schrift, welche Schriftgrößen, welche Zeilenbreite, welche Abstände, den Durchschuss, also die Zeilenabstände letztlich, oder auch die Kombination, wenn ich einen anderen Font habe für die Überschriften und die Fließtexte, oder so ein paar, na ja, sage ich mal, so diese Call-outs oder so Zitate, die das einfach so ein bisschen das unterbrechen, natürlich Strukturierung wie Aufzählungslisten, das kennen wir alle. Aber einfach ich würde sagen, so focus to detail oder so ein bisschen Liebe einfach mit reinzupacken, und einfach nicht eine Standard-Theme und dann einfach den Text da reinknallen, das macht schon ganz viel aus. Und wenn ich dann noch hingehe, also ich nutze gerne bei Gutenberg zum Beispiel diese Blockerweiterungen, sowas wie Genesis Blocks oder Stackable oder so, da gibt es dann halt nochmal so schöne, na ja, andere Layoutblöcke, die einfach mal eine andere Hintergrundfarbe haben, wo ich mal einen ganzen Absatz irgendwie davon abhebe, weil ich jetzt irgendwie einen Einschub habe, oder ich mache einen Ausflug, oder ich erkläre nochmal irgendwas, also wo es auch Sinn macht natürlich. Also da kann man einfach mit verschiedenen Darstellungsformen ein bisschen das Ganze auflockern. Und ja, ich gebe dir Recht, so diese „Wir müssen jetzt noch mehr schreiben“ und Länge an sich ist erst mal noch kein Qualitätskriterium (lachend). Das sagt übrigens Google auch immer häufiger in diesen Webmaster-Hangouts. Ja. Aber/ #00:17:58-9#

Benjamin: Und was hältst du von zum Beispiel Page Buildern? Also wirklich so komplett die Seite graphisch aufarbeiten und gar nicht mehr sozusagen den einen, klassischen Fließtext in der Mitte haben? #00:18:10-8#

Kai: Also es kommt immer darauf an, also ich persönlich nutze ich Page Builder gar nicht, weil ich bin in der Lage halt, mir vorher Gedanken zu machen: Welche Layout-Elemente will ich haben? Dann baue ich die in CSS und dann kann sie mit Gutenberg halt ziemlich einfach einfach nur wiederverwenden oder einsetzen. Aber wenn ich jetzt einen Kunden habe zum Beispiel, der nicht programmieren kann, dann sage ich auch gerne mal: „Hier, guck dir mal Elementor an oder Divi“, weil es ist halt ein schöner, sage ich mal, barrierearmer  Zugang (lachend) für Non-Tekkies, aber da muss man mega aufpassen. Das war früher schon, ich weiß noch, meine ersten TYPO3-Installationen, da konnte man dann immer Farben zum Beispiel auf Texte anwenden, und dann haben die ersten Kunden, sobald sie den Rich Text Editor entdeckt haben, auf einmal roten Text und gelben // Text und/ #00:18:53-7#

Benjamin: Nein, das musst du ausschalten! (lacht) #00:18:56-0#

Kai: Genau, das war eins der ersten Sachen in jeder Konfiguration: Erst mal alles wegzunehmen. Und selber, wenn sie von Word irgendwas reinkopieren, dann das erst mal alles rauszustrippen. Es ist natürlich gefährlich, aber natürlich ist es manchmal, ja, eine Möglichkeit für Leute, die halt nicht programmieren können, ein bisschen das Layout aufzubrechen. Ich finde es nur schwierig, weil wenn ich jetzt das Thema wieder responsive mitdenke, dass es dann in allen Layout-Auflösungen wieder gut aussieht und so, gerade, wenn ich dann so mehrspaltige Geschichten mache. Also ich bin wirklich ein Fan davon, sich einmal von einem guten Designer, sage ich mal, die Content-Elemente, die man so braucht, einmal sauber designen zu lassen, die dann in CSS umzusetzen und die dann einfach nur zu benutzen, und nicht bei jedem Artikel irgendwie anzufangen, sich da zu verkünsteln oder so, dass… #00:19:45-9#

Benjamin: Dass man so ein Portfolio hat an Elementen, mit denen man dann immer wieder arbeitet. #00:19:50-7#

Kai: Genau, man braucht ja im Endeffekt nicht viel. Ich brauche die klassischen Überschriften, die Listen, was man so kennt, ich brauche einen Zitatblock, das sind ja so die Standardelemente in WordPress. Was ich dann noch gerne mache, sind halt so Call-out-Boxen, wenn ich irgendwie eine Call-to-Action habe, dass ich da nochmal irgendwie einen schönen Button mit drin habe und eine Überschrift oder ein schönes Hero-Bildchen irgendwie, also es ist ja im Endeffekt nicht so viel, was wir da brauchen. Und wenn wir jetzt wirklich reingehen, dass wir in das Thema Storytelling gehen, wo dann, sage ich mal, die Form Teil des Inhalts ist, das kann dann sowieso nicht mehr der normale Redakteur leisten, sage ich mal, das muss man dann, glaube ich, in der Produktion schon mit einem Gestalter gemeinsam entwerfen und dann technisch umsetzen. Da gibt es jetzt so Ansätze, es gibt jetzt zum Beispiel auch diese AMP Web Stories als Plugin für WordPress, da kann man sowas, na ja, ansatzweise machen, aber es ist sehr aufwendig, weil man da wirklich jedes Element platzieren muss, Boxen erstellen muss, Farben festlegen muss, also man gestaltet dann wirklich jeden Absatz komplett neu. Und wenn das jemand macht, der jetzt nicht gelernter Gestalter ist (lachend), na ja, sieht das manchmal nicht ganz so gut aus vom Ergebnis. #00:20:56-5#

Benjamin: Ich habe das auch einfach mal kleine Anekdote noch von früher, Fabian, ich kann mich nicht zurückhalten, aber: Eine Zeit bei der Zeitung war das oft so, dass die, die wirklich richtig gut schreiben konnten, die konnten auch ziemlich gut layouten, also die konnten quasi beides. Schreiben und Content-Management. Und es war immer voll das Riesenproblem, für was du die einsetzt, ja, weil die haben sich halt auch oft eben, während sie die Geschichte entwickelt haben, auch immer schon oft Gedanken gemacht, wie sie das später im Layout umsetzen wollen. So, und das hat vorher/ Und nicht abgeliefert und dann sitzt da einer und der muss sich dann irgendwie was überlegen, ja, also dass man auch eigentlich, finde ich, sich vorher schon überlegt, vielleicht auch auf Basis des Keyword-Sets: „Guck mal, die Leute suchen immer nach, ich sage jetzt mal platt, nach Beispiel. Wie wollen wir denn sozusagen den Aspekt Beispiel immer in jedem Content unterbringen und wie wollen wir den dann layouten?“ Ja, also so hast du quasi, finde ich, aus dem Keyword-Set heraus ein Content Template, dass du dann eben auch optisch immer umsetzen kannst auf allen Themen, so finde ich, so einen Ansatz, den man mitdenken muss, und ich finde, da verschmilzt es halt total, SEO-Content und dann eben das CMS, mit dem du arbeitest. #00:22:12-5#

Core Web Vitals: Wie gut schneidet WordPress ab?

Fabian: Also bevor ihr jetzt hier zu sehr in den Content-Bereich abrutscht, muss ich mal wieder den Kai und dich auf die Spur holen und mal ein bisschen über Technik quatschen. Und zwar, vor einiger Zeit, ich weiß nicht, ob es Wochen oder Monate waren, da gab es im SISTRIX Blog einen sehr umfangreichen Artikel, wo der Johannes Beus, ich meine, er war es, oder ein Redakteur von ihm, mal aufgearbeitet hat anhand von Daten, welche CMS-Systeme, also welche Content-Management-Systeme wie gut bei Google performen. Und zwar der Maßstab waren die sogenannten Core Web Vitals, was ja sozusagen jetzt dieses Jahr so der von Google, oder, falls ihr uns irgendwann später hört, 2020 von Google der neue sozusagen Goldstandard für Ladezeit und für Layout-Stabilität sozusagen von Google jetzt ist. Das heißt, die haben abgeprüft irgendwie eine Liste von hunderttausenden Domains und haben geguckt: Okay, welches CMS-System ist denn das und, ja, wie sind denn die Werte für diese Core Web Vitals für dieses CMS-System? So, lange Rede, kurzer Sinn, WordPress hat jetzt nicht so gut abgeschnitten, die waren irgendwie ziemlich weit unten. Und jetzt ist natürlich die Frage, das musst du dir jetzt einfach mal geben hier bei uns sozusagen: Woran liegt denn das? Ist WordPress jetzt von Haus aus ein langsames System, oder ist es schlecht konfiguriert bei den meisten? #00:23:40-1#

Kai: Ja, super Frage, also ich muss ehrlich sagen, ich bin totaler WordPress-Fan und ich habe mich über den Artikel ein bisschen geärgert. So, ich muss jetzt vorwegschicken, ich mag SISTRIX wirklich, also ich war auch vor zwei Wochen erst im Livestream bei SISTRIX und den Artikel finde ich schlecht gemacht. Also erstens: Du sagtest selber, die haben geguckt, welches CMS dahinter ist, es gibt einfach Webseiten, die aus Sicherheitsgründen oder anderen auf Footprints verzichten, das heißt, man sieht überhaupt nicht, welches System eingesetzt wird, das ist der erste Punkt. Dann, ich finde es ein bisschen undifferenziert, da werden halt Äpfel mit Birnen verglichen. Platz eins zum Beispiel ist Jimdo, das ist aus meiner Sicht kein CMS, sondern halt ein Website-Baukasten, bei dem ich halt viel mehr Einschränkungen habe, was kann ich überhaupt machen, und dementsprechend können die dafür aber auch viel mehr oder viel besser optimieren auf sowas wie Speed. Oder es werden auch so Backend-Technologien wie Ruby on Rails werden in einer Liste verglichen mit einem Frontend-Framework wie AMP. Also methodisch finde ich den/ Ich weiß, warum er den gemacht hat und so weiter, der hat auch Reichweite gebracht, alles fein, die Daten sind auch spannend, aber diese Schlüsse daraus zu ziehen, also das ist halt wieder das ewige Thema: Korrelation ist nicht Kausalität. Also geht jetzt jemand, der sich auskennt, mit einer schnellen Webseite eher zu einem CDN-Anbieter, ja, und deshalb sind die Seiten darauf schnell sehr, sehr viel besser. #00:25:02-1#

Man sucht sich einen weltweit verteilten Anbieter, der sehr, sehr schnelle Server bereithält, wo ich meine Inhalte draufpacke. Und da hat zum Beispiel Fastly besser abgeschnitten als die Google Cloud, und dass CDN, was ich einsetze, zum Beispiel Cloudfare, fehlt komplett in der Liste. Also da sind so ein paar Dinge, wo ich einfach sage: Mh, finde ich komisch. Aber ich muss generell jetzt sagen, kommen wir nochmal auf WordPress zurück: Es stimmt, die meisten WordPress-Webseiten sind wirklich viel zu langsam. Und das hat einfach mehrere Gründe. Zum ersten: Wir haben vorhin schon gesagt, es ist die weite Verbreitung, es ist das CMS mit den meisten Installationen, und gerade bei Anfängern, das heißt, das sind Leute, die kennen sich nicht aus, die gehen zu irgendeinem Billighoster, installieren da irgendwas, sehen hunderttausende von Plugins, wollen alles ausprobieren (lachend), oder finden das cool, finden das cool. Ich habe Installationen gesehen, da waren drei oder vier Page-Bilder parallel installiert, dann kann (lachend) die Seite gar nicht schnell sein. Und es gibt auch ein paar so strukturelle Dinge wie zum Beispiel diese Designtrends, wenn ihr euch mal bei ThemeForest die Topseller anguckt, das sind alle so diese eierlegenden Wollmilchsäue, so multi purpose themes, die sind in der Regel alle auf jQuery noch gebaut, weil die einfach aus einer Zeit entstanden sind, wo man das gebraucht hat, um JavaScript vernünftig zu machen, und haben sich dann weiterentwickelt, die haben oft noch diese riesigen Slider oder diese großen Hero images, und das sind alle Dinge, die sind nicht wirklich (lacht) für Ladezeiten gut geeignet. Critical CSS denkt keiner von Anfang an dran, also quasi ein kleines CSS auszuliefern, dass zumindest mal der Oberbereich der Seite, den der Nutzer sofort sieht, schnell gerändert werden kann, sondern das sind meistens so riesige, aufgeblasene Themes, mit denen ich halt alles umsetzen kann, ja, aber die dann eben schwergewichtig daherkommen. Und Google hat das, finde ich jetzt, geschafft mit diesen neuen Metriken, die auch übrigens ab Mai 2021 tatsächlich in einem Update berücksichtigt werden sollen, also wer da schlecht abschneidet, sollte mal langsam anfangen (lachend), was zu tun, (lacht) die erfordern einfach ein paar neue Ansätze in der Programmierung, also man muss wirklich umdenken. Und man kann auch aus so einem Theme wieder ein schnelles Theme machen, aber es ist teilweise im Nachhinein halt schwierig. Wenn man das von Anfang an mitdenkt, ist es natürlich einfacher. #00:27:16-7#

Fabian: Also du würdest jetzt sagen, dass es nicht generell an WordPress liegt, also dass WordPress nicht ein System ist, was immer langsam ist, langsame Ladezeiten aus SEO-Gesichtspunkten hat, sondern dass es an der Konfiguration und an der Verbreitung liegt, dass diese Daten da jetzt in dem Test so schlecht gelistet worden sind. #00:27:31-9#

Kai: Auf jeden Fall. Wie gesagt, also allein diese ganzen Anfänger, die sich nicht wirklich um Page Speed scheren, das ist einfach so. Und halt die meistverbreitetsten, also Avada zum Beispiel ist das meistverkaufte Theme der Welt, es gibt irgendwie über eine Millionen Installationen aktiv da draußen, und wenn ich mir das unter Page-Speed-Gesichtspunkten (lachend) anschaue in einer Installation ohne Optimierung, ja, dann machen die so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann, ja. #00:27:57-2#

Benjamin: Das hört sich ja nach einer super Marktlücke an für meinen WordPress-Theme, was irgendwie echt zügig ist und vielleicht eben nicht mal mit diesem opulenten Slider oben startet (lachend), // so, was/ #00:28:10-5#

Kai: Ja, die gibt es ja // durchaus, aber die sehen natürlich für den Laien erst mal nicht so attraktiv aus, weil die natürlich nicht alles können. Die haben ja da teilweise eine Millionen (lacht) verschiedene Demoseiten, die du dir angucken kannst, für jeden Fall ist da irgendwas dabei. Ich meine, klar, zum Verkaufen ist sowas viel attraktiver. Ich setze zum Beispiel selber sowas ein wie GeneratePress, das ist halt eher so ein Tekkie-Theme, superschnell, superschlank, ja, aber da muss man halt auch wissen, was man damit tut, um dahin zu kommen, wo man hin will, sage ich mal, graphisch oder von der Gestaltung her. #00:28:43-0#

Benjamin: Und jetzt, ich bin ja nicht der Tekkie, aber ich muss jetzt trotzdem mal nachfragen, was machst du denn dann? Du hast jetzt so einen WordPress vor dir liegen, was echt ein Totalunfall ist, so, ja, und wie reparierst du dann, also wie kriegst du das fit für die Core Web Vitals, oder sagst du: „Plattmachen, neues Theme, wir bauen das Ding nochmal neu“? #00:29:04-4#

WordPress Extensions aufräumen

Kai: (seufzt) Ja, also habe ich tatsächlich dieses Jahr ziemlich oft gemacht, genau das, was du beschreibst, dass eben Leute kamen und haben gesagt: „Oh, Kai, du kennst dich doch so gut aus damit“, ich habe ja auch so einen Onlinekurs dafür gebaut, wo ich einfach gedacht habe, ach ja, mit den drei Plugins, die für mich gut funktioniert haben, kriegt das eigentlich jeder hin, bis ich dann eben so Installationen gesehen habe, die, ja, wie angesprochen vier Page-Builder installiert hatten (lachend). Also erst mal alles rausschmeißen, was nicht gebraucht wird. Oft sind es Sachen, die hat man mal ausprobiert, die sind da noch irgendwie drin, oder ich habe sie auf irgendeiner Unterseite eingebunden, und dann ist halt die Frage: Kann ich vielleicht darauf verzichten und kann das auf der Unterseite irgendwie anders lösen? Also erst mal alles an Ballast von Bord werfen. #00:29:44-0#

Fabian: Ist ja auch eine Sicherheitslücke, wenn man zu viele ungenutzte Extensions hat. #00:29:47-7#

Kai: Genau, und auch die Gesamtladezeit sozusagen vom Code. Jedes Plugin muss ja erst mal ausgeführt werden bei jedem Seitenaufruf, egal, ob es jetzt verwendet wird oder nicht, es wird initialisiert, also es macht immer Sinn, das Ding so schlank wie möglich zu halten. Und dann kommt es halt sehr stark drauf an, also das Wichtigste, finde ich, am Anfang ist erst mal ein guter, schneller Hoster, dann habe ich zumindest schonmal, ja, die Möglichkeit, sowas wie ein Full Page Cache einzusetzen. Bei einem guten Hosting zum Beispiel ist mittlerweile alles mit nginx gehostet, da kann ich den Full Page Cache im RAM halten, das heißt, ich brauche nicht, wie bei diesen klassischen WordPress-Caching-Plugins, die man ja so kennt, da werden die Seiten ja häufig als HTML-Dateien auf der Festplatte oder auf der SSD abgelegt. Bei einer richtigen Festplatte ist das natürlich nicht gut, die ist langsam, SSD ist schonmal besser, aber wenn die Inhalte tatsächlich im RAM gehalten werden, ist ja die Zugriffszeit schonmal sehr, sehr viel geringer. Dann das zweite, was ich mir immer in der Erstanalyse angucke, sind die Bilder. Meistens achten Leute, die sich technisch nicht auskennen, auch auf Größen und Kompression oder sowas wie Lazy Loading, die packen dann halt einfach riesige, schöne Bilder rein, die aber eigentlich zu groß sind und unnötigerweise geladen werden. Da mal zu entschlanken, zu gucken: Habe ich sowas wie Responsive images, also immer nur genau die Bildgröße, die der Nutzer auch sieht? Und natürlich sowas wie WebP kann man schön aktivieren, also eine Kompression, die kleiner ist bei gleicher Qualität wie jetzt irgendwie ein PNG oder ein JPEG. Und was man auch, mittlerweile gibt es ein paar Tools dafür, relativ gut nachziehen kann, ist ein Critical CSS. Also ich nutze dafür selber dieses criticalcss.com, das rändert quasi einmal die Seite und erstellt mir dann ein CSS, das genau das ist, was der Nutzer braucht, um den Bereich Above the fold eben anzuschauen, oder der Browser braucht, um den zu rändern. Und den kann man dann in den Header packen, dass der wirklich mitgeliefert wird direkt mit dem HTML. Und dadurch kann man meistens sowas wie, ja, diese Layout (Shifts?), den CLS-Wert häufig in den Griff kriegen (lachend), aber auch die First Contentful Paint/ #00:31:58-5#

Fabian: Ja. Das zweite, größte sichtbare Element im Bildschirm, glaube ich, ist das. #00:32:05-1#

Kai: Genau. Und wenn quasi für den Browser nicht klar ist, weil da vielleicht noch eine Spalte kommt, oder der Footer noch fehlt, quasi wie breit irgendwas ist, kann er dieses Ding nicht ändern. Und wenn im Critical CSS eben schon steht: „Hier sind es zwei Spalten, die sind so breit, der Text ist so groß“, dann kann der Browser sehr schnell diese Sachen halt schonmal rändern. Und das Hauptding, was halt alle Seiten langsam macht, ist halt JavaScript, also das heißt jQuery ist leider häufig Bestandteil, weil es halt auch im WordPress Core mit drin ist. Also das Backend ist es fein, finde ich, im Backend kann man jQuery durchaus nutzen, der Admin-Bereich braucht ja an vielen Stellen das jQuery, um einfach Dinge, na ja, aus den alten Zeiten, so ein bisschen browserkompatibel zu lösen. Aber im Frontend, finde ich, sollte man versuchen, auf jQuery zu verzichten, weil man es eben nicht aufschieben kann. Das heißt, alles, was ich an JavaScript in der Seite habe, ob das jetzt mein Google Analytics ist, mein Tag Manager, mein Facebook-Pixel, mein Whatever, (lacht) solltet ihr so einbinden, das nennt sich „deferred“, also JavaScript Deferring, aufgeschoben geladen. Das heißt, der Nutzer sieht die Seite schonmal, kann sie schon scrollen, kann interagieren, und erst dann wird sozusagen dieses JavaScript geladen und ausgeführt. #00:33:18-2#

Fabian: Also asynchron. #00:33:19-5#

Kai: Ja, asynchron ist die Zwischenstufe, das heißt, asynchron würde es parallel geladen werden zum HTML, aber sobald das eben fertig geladen ist, wird sofort prozessiert. Und bei defer, das ist nochmal die zweite Stufe, wird tatsächlich auch das Ausführen des JavaScripts erst dann begonnen, wenn der HTML DOM gerändert ist. #00:33:38-5#

Fabian: Ach, guck, das konnte ich jetzt noch nicht, habe ich wieder was gelernt. Aber ich bin jetzt auch schon seit Jahren schon aus einer Programmierung raus, von daher cool.  #00:33:46-5#

Benjamin: Guck mal, so ist das, ich verstehe kein Wort mehr und der Fabian sagt: „Ha, habe ich was gelernt!“ (lacht) #00:33:53-1#

Kai: (lacht) Ja, so soll es auch sein, für jeden was bei. (lacht) #00:33:55-6#

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