3 Jahre ChatGPT: Warum macht Google so wenig?

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Vor drei Jahren ist ChatGPT auf den Markt gekommen – und liefert seitdem eine Produktinnovation nach der nächsten. Und das, obwohl Google rein technologisch eigentlich auf gleicher Höhe ist.

Das ist unser Eindruck. Seit dem Start von ChatGPT analysieren wir laufend die Entwicklungen. Hierbei schauen wir zum einen auf den technologischen Wandel – von der klassischen Suchmaschine hin zu KI-Systemen. Aber auch, was die beiden großen Player im Markt – Google und OpenAI – machen.

In der Podcastfolge lassen wir die Entwicklungen Revue passieren und blicken nach vorne. Aus unserer Sicht wird es für Google richtig schwer, sich zu behaupten – gerade wegen der großen Marktdominanz.

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Google SGE konnte alles – und wurde nie ausgerollt

Wir gehen im Gespräch zweieinhalb Jahre zurück zu Googles SGE – der Search Generative Experience – und erinnern daran, wie ausgereift dieses KI-System bereits Mitte 2023 war. Die SGE kombinierte KI-Antworten mit Produkten, Preisen, Reviews und Chatfunktionen. Alles in einem integrierten Sucherlebnis. Hier unsere Analyse von damals.

Für uns war damals klar: So wird KI-Suche aussehen. Und wir waren überzeugt, dass Google damit OpenAI unter massiven Druck setzen würde. Zumal OpenAI damals ein reines Sprachmodell war. Das Grounding, also den Rückgriff auf Suche und Websites, gab es damals noch nicht in ChatGPT.

Doch die SGE wurde nie öffentlich ausgerollt. Stattdessen verschwanden ihre stärksten Elemente – ohne nachvollziehbare Erklärung. Stattdessen wurden die AI Overviews ausgerollt. Aber die AI Overviews sind bis heute nur eine KI-Zusammenfassung von bestehenden Websites. Viel weniger als das, was ein KI-System für User leistet. Das einzige, was die KI-Zusammenfassungen definitiv geleistet haben: Der Traffic ist bei unzähligen Websites dramatisch eingebrochen.

Wenn wir den heutigen AI Mode testen, fällt der Kontrast ebenfalls extrem aus: Rein textbasierte Antworten, kaum Produktintegrationen, keine Preise, keine Bilder, keine Interaktionstiefe. Obwohl Google technologisch nachweislich in der Lage wäre, deutlich mehr zu liefern, wirkt die aktuelle Ausprägung wie ein Rückschritt.

Der einzige logische Grund, warum Google so zurückhaltend ist: Das neue KI-System liefert nicht die gleichen Erträge wie die bisherige Suchmaschine. Google Ads wurden massiv weiter ausgerollt, bis hin zur Unkenntlichkeit versteckt. Heute ist die alte Suche salopp gesagt eine reine Werbefläche. Aber „googeln“ steht nicht im Duden wegen der vielen Werbung – sondern weil man gute Antworten bekommen hat.

Google hinkt – Stand jetzt – hinterher und zerstört gleichzeitig seine bestehende Suche.

Oder kommt doch noch das Comeback? Gemini 3 wird technologisch als extrem leistungsfähig gefeiert und hat bereits jetzt 650 Millionen User. Open AI hat deswegen „Code Red“ ausgerufen (Bericht bei t3n).

Allerdings: Das Gemini Pricing wirkt wie ein Ausverkauf. Man wirbt mit Rabatten und aus unserer Sicht unverständlichen Paketen in Form von KI-Guthabenpunkten. Damit will man den gesamten Produktkosmos stärken. Aber ob die User das auch so verstehen und nutzen?

Open AI baut ChatGPT konsequent weiter aus

Seit dem Start von ChatGPT ist aus unserer Sicht klar: Die zehn blauen Links mit Websites dahinter werden von KI-Antwortsystemen abgelöst. Sie sparen den Usern sehr viel Zeit, sind komfortabel und durch die Dialogfähigkeit deutlich überlegen.

Schon in den ersten Wochen wirkte ChatGPT ausgereifter als es der AI Mode von Google heute ist. Es gab klare Empfehlungen, eine einfach lesbare Textstruktur, Vergleichstabellen – und das, obwohl damals noch kein Grounding existierte. Über die Jahre hat sich dieses Grundprinzip konsequent weiterentwickelt. Mit jedem Tag sammelt ChatGPT Nutzerdaten, verfeinert Gesprächsführung, Follow-ups und UX – und baut damit ein Produkt, das nah an echten Nutzungsmustern optimiert wird.

Das Grounding im vorigen Jahr und die Integration von Produktfeeds in diesem Jahr sind die nächsten großen Schritte. Entscheidend ist für uns, dass OpenAI in der Tiefe lernt: Wie Menschen recherchieren, wie sie iterieren, wann sie Kontext brauchen, wie sie Kaufentscheidungen treffen. Heute kann man in ChatGPT in den USA mittlerweile in der App ein Produkt kaufen (Instant Checkout). Eine Funktionen, die Google selbst in der SGE angedeutet, aber bis heute nicht geliefert hat.

Mit 800 Millionen wöchentlich aktiven Nutzern zeigt sich zudem, wie schnell sich ChatGPT durchsetzt. Noch sind es 10% der Weltbevölkerung. Aber zahlreiche Funktionen wie das Grounding und die Produktintegration sind ja erst ein Jahr bzw. einige Monate alt.

Für uns ist klar: ChatGPT prägt die Dynamik – und damit auch die Arbeit an GEO (Generative Engine Optimization) und KI-Sichtbarkeit.

Gleichzeitig analysieren wir in unseren Workshops und Beratungen immer modell-basiert. Also KI-Sichtbarkeit in ChatGPT, Perplexity und AI Mode. Die Systeme grounden unterschiedlich und gewichten Quellen anders.

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