Die GEO-Sichtbarkeit von Favikon (Case Study)

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Bekommt man Klicks über KI-Systeme? Und wenn ja, über welche konkreten Strategien und Maßnahmen? Diese Fragen sind komplettes Neuland.

Jetzt ist auf LinkedIn ein sehr spannendes Beispiel veröffentlicht worden: Das Unternehmen Favikon bekommt über 30.000 Besucher pro Quartal über KI-Systeme wie ChatGPT.

Die Zahlen geben zugleich einen tiefen Einblick zu weiteren ungeklärten Fragen rund um GEO bzw. LLMO, also die Optimierung der Sichtbarkeit in KI-Systemen.

Wir besprechen die Zahlen in unserem Podcast. Die Zusammenfassung in diesem Artikel – und die Diskussion bei uns auf LinkedIn.

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Die Ausgangslage: Das ist das GEO- bzw. LLMO-Beispiel

Favikon ist eine Influencer-Marketing-Plattform aus Frankreich. Mit der Plattform kann man weltweit relevante Influencerinnen und Influencer in seiner Branche finden. Dies ist wichtig für Kooperationen und andere Marketing-Aktivitäten.

Ivan Palii ist ein Experte für SEO und KI-Sichtbarkeit. Er hat mit SiteChecker ein eigenes Tool und entwickelt Dashboards für Unternehmen. Favikon ist ein Kunde. Auf LinkedIn hat er die AI Traffic-Zahlen von Favikon in seinen Dashbards veröffentlicht (hier sein LinkedIn Beitrag und hier seine Dashboards).

Das Beispiel ist auf mehreren Ebenen interessant:

  • Echter Einblick: GEO bzw. LLMO ist ein komplett neues Arbeitsfeld. Es gibt nur wenige Erkenntnisse über real funktionierende Strategien und Vorgehensweisen.
  • Relevante KI Klicks: Das Beispiel beweist, dass Unternehmen relevanten Traffic erhalten, über KI-Systeme erhalten können – wenn sie die richtige GEO- und Content-Strategie dafür entwickelt haben.
  • Von SEO zu GEO: Favikon ist bereits in SEO und Social Media erfolgreich. Das zahlt auf die GEO-Sichtbarkeit ein, wie wir im Folgenden beschreiben werden.
AI Traffic Share Charts

1. Erkenntnis: ChatGPT ist absolut führend

Favikon erhält 31.500 Klicks pro Quartal. Davon fallen 27.000 Klicks auf ChatGPT. Das ist ein Marktanteil von 87 Prozent. Es folgt Perplexity mit 2.200 Klicks (7 Prozent). Danach kommen Google Gemini und Microsoft Copilot mit jeweils 600 Klicks (2 Prozent). 

Das bedeutet: ChatGPT ist ganz klar die absolute Nummer 1 in den KI-Systemen, die Klicks bringen. Google ist erschreckend deutlich abgeschlagen.

Hinzu kommt: ChatGPT verlinkt deutlich seltener Quellen. Sehr viele Prompt-Antworten werden rein aus dem Sprachmodell beantwortet. Das hat sich durch das neue ChatGPT 5 zwar etwas geändert, aber die Daten aus dem Beispiel stammen aus dem Quartal davor. Perplexity zum Vergleich zeigt immer Quellen an. Es ist also viel wahrscheinlicher, dass Perplexity-User auch auf die Quellen, also die Websites, klicken. 

Diese Situation zeigt ganz klar, dass ChatGPT in dem neuen Umfeld das „neue Google“ ist. Sehr ähnliche Marktanteile bestätigen eine Reihe von Fachleuten hier in dem LinkedIn Posting von Fabian Jaeckert in den Kommentaren.

GEO LLMO Traffic Quellen Beispiel

2. Erkenntnis: GEO-Erfolge sind ein starker Wettbewerbsvorteil

In SEO gibt es die Möglichkeit, mit Tools tiefe Wettbewerbsanalysen durchzuführen. Jede Domain kann in eine SEO-Suite wie Sistrix, SEMrush oder ahrefs eingegeben und analysiert werden. Man erhält Keywords, Rankings, Website-Struktur, Traffic-Schätzungen – um einige Beispiele aus der Analyse zu nennen.

Das hieß bisher aber auch: Erfolgreiche SEO-Strategien wurden im Wettbewerb schnell erkannt und adaptiert. In der Folge hat dies häufig zu Copy Cat-Ansätzen geführt.

Auf die Spitze getrieben wurde dies in den vergangenen drei Jahren, seitdem Content mit ChatGPT als Tool praktisch kostenlos produziert werden konnte (zwar ohne Qualität und USP, aber das spielt nicht für jeden eine Rolle).

In der Folge wurden die Top-10 bei Google noch homogener. Alle Top-Treffer hatten mehr oder weniger den gleichen Content. Bis Google mit den AI Overviews die KI-Antworten eingeführt hat – und der Traffic auf zahlreichen Websites eingebrochen ist.

Solche Analyse-Möglichkeiten sind im ChatGPT-Umfeld nicht mehr möglich.

Man kann keine Domain in ein AI Monitoring Tool eingeben und dann eine GEO-Sichtbarkeit einer Website erhalten. Denn es ist komplett unbekannt, welche Prompts die User eingeben. Es gibt hierzu keine Daten – im Gegensatz zu Keywords.

Außerdem stehen Website nicht mehr im Mittelpunkt. Stattdessen gibt es KI-Antworten, in denen Marken und manchmal auch Quellen angezeigt werden. Es ist eine komplett andere Oberfläche.

Das heißt: Wer sich über GEO- und Content-Strategien eigenen KI Traffic aufbaut, wird komplett “unter dem Radar” der Wettbewerber fliegen. Niemand wird es sehen oder erkennen, ob und wie erfolgreich man in den KI-Systemen ist.

Unternehmen, die jetzt an ihrer GEO-Strategie arbeiten und entsprechende Maßnahmen umsetzen, werden sich einen starken Burggraben aufbauen. Ein klarer Wettbewerbsvorteil.

3. Erkenntnis: Spezifische Content-Strategien führen zu KI-Klicks

Die entscheidende Frage ist: Welche Inhalte von der Favikon-Website führt zu den KI-Klicks? Wenn man dies herausfindet, kann man daraus die spezifische GEO-Content-Strategie ableiten.

Wir führen derzeit eine Reihe von GEO / LLMO Audits und Projekten durch. Basis dafür ist immer ein Brand Monitoring für KI-Systeme. Hierbei ist uns Favikon schon mehrfach als Quelle aufgefallen. Die Website wird in bestimmten Kontexten sehr stark genutzt.

Hierbei ist uns aufgefallen, dass die Top-Listen von Favikon sehr oft als Quelle angezeigt werden. Auf diesen Top-Listen läuft der Großteil des KI-Traffics. Das hat uns Ivan Palii, der die Zahlen veröffentlicht hat, bestätigt. Favikon hat also eine Top-Listen-Strategie. Die Top-Listen ranken auch bei Google sehr gut und gehen regelmäßig auf Social Media viral. Es ist also ein Content-Format, dass auf allen Ebenen funktioniert. Ein Ansatz, den wir in der Beratung ebenfalls vertreten.

Weitere Erkenntnis: Die User nutzen ChatGPT ganz offensichtlich für Überblicke, Vergleiche und Empfehlungen. Zum anderen klicken sie offensichtlich auch stark auf entsprechende Quellen, die dazu eigenen Content haben. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig die GEO-Sichtbarkeit in der Customer Journey ist.

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Wir beraten Marketing-Verantwortliche in SEO und GEO

Für alle, die einen SEO-Sparringspartner suchen oder eine umfassende SEO-Beratung benötigen, sind Fabian und Benjamin die perfekte Wahl. Als Inhouse-SEO-Expertin suchte ich nach kompetenter Unterstützung in Sachen SEO und wurde bei ihnen fündig. In einem äußerst angenehmen Kennenlerngespräch entwickelten wir gemeinsam ein Vorgehen, um das Thema SEO bei den einzelnen Stakeholdern zu etablieren und dadurch mehr interne Sichtbarkeit für das Thema zu gewinnen. Basierend auf diesem Erstgespräch und einem gemeinsamen Kick-Off mit den Stakeholdern wurde von den beiden eine fundierte SEO- und Content-Strategie für einen Produktbereich entwickelt. Seitdem begleiten mich beide als Sparringspartner bei der Umsetzung.

Die Zusammenarbeit mit Fabian und Benjamin bereitet mir und allen Projektbeteiligten große Freude, da sie ihr Handwerk verstehen und eine immense Leidenschaft für SEO mitbringen. Diese Kombination ist ansteckend und motiviert alle zu Höchstleistungen.

Regina Biskop
Search Engine Optimization Expert, Deutsche Kreditbank AG

Mit großer Zufriedenheit blicke ich auf das SEO-Projekt zurück, dass wir mit Benjamin und Fabian durchgeführt haben. Zum einen war die Zusammenarbeit auf einer sehr sympathischen, zielorientierten Ebene. Zum anderen war die Beratung so ausgerichtet, dass wir direkt mit der Umsetzung loslegen konnten. Wir haben ganz konkrete Optimierungsvorschläge bekommen, die auf unsere internen Kapazitäten abgestimmt waren und daher auch realistisch umsetzbar waren. Auch wenn erst ein paar Monate vergangen sind, können wir jetzt schon erste Früchte unserer Arbeit in den Google-Rankings sehen. Der Traffic bei den für uns relevanten Keywords nimmt stetig zu und wir haben noch genug konkrete Arbeitspakete von Benjamin in der Pipeline, mit denen wir unsere Site boosten können. Außerdem haben wir durch die Beratung intern so viel SEO-Know-how erworben, dass wir inzwischen selbständig unsere Site optimieren können. Und das Wichtigste: Die Besucherzahlen haben sich verdoppelt – mit entsprechend positiven Auswirkungen auf den Umsatz.

Mark Mauderer
Digital Marketing Manager, Bierbaum Proenen

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