Wenn der Staat immer auf Platz 1 steht: Das neue Gesundheitsportal des Bundes

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Das Gesundheitsministerium hat ein neues Infoportal gelauncht und arbeitet dafür mit Google direkt zusammen (Quelle). Das Portal bekommt in zahlreichen Themenfeldern eine garantierte Sichtbarkeit. 

Eine „Wildcard“ für die Regierung – was spricht dafür und was dagegen? Ist es gut, dass ganz vorne neutrale Informationen stehen? Oder wird dadurch die Meinungsvielfalt beschnitten? 

Das besprechen wir in der Podcastfolge und auf dieser Seite. Wir erklären, wie der Google-Algorithmus bei sensiblen Themen grundsätzlich funktioniert – Stichwort “Your Money, your Life” und das „E-A-T“-Modell. 

Außerdem sprechen wir darüber, welche Auswirkungen das auf die SEO-Strategien der Unternehmen in diesen Themenfeldern hat. 

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Das Gesundportal auf Platz 1: Ein Beispiel

Das neue Portal steht zu zahlreichen Begriffen mit einer Box vorne. Zum Beispiel zu Karies, Migräne, Furunkel, Fußpilz. 

Neben den jeweiligen Suchergebnissen steht eine Infobox des Bundes. Auf mobilen Geräten schiebt sich die Box über alle Ergebnisse. Man kann davon ausgehen, dass ein Großteil des Besucherstroms dort landen wird.

In jedem einzelnen Begriff steckt mindestens ein sechsstelliges Suchvolumen pro Monat (Beispiel Screenshot Karies).

Hinzu kommen viele Rankings zu suchstarken Begriffen in den organischen Top-10-Ergebnissen (Siehe Screenshot zu Rankings 11/2020) – also unterhalb der Staatsboxen. 

Das Portal ist erst seit kurzem online. Man kann davon ausgehen, dass sich die SEO Sichtbarkeit weiter erhöht.

Pro: Was aus User-Sicht für die Staatsbox spricht

Sensible Themen

Gerade im Gesundheitsbereich ist es extrem wichtig, dass Texte, Videos und weitere Inhalte wissenschaftlich fundiert und korrekt sind. Die User sind in einer gesundheitlichen Notlage und darauf angewiesen. Leider ist das im Gesundheitsbereich nicht immer der Fall – freundlich ausgedrückt. Bei vielen Top-Ergebnissen wird der Content augenscheinlich eher von allgemeinen Journalisten erstellt oder es ist unklar, wer den jeweiligen Text produziert hat.

Das Geschäft dahinter

In jedem Gesundheitsbegriff steckt ein großes Suchvolumen. Dem entsprechend stehen in den Top-Ergebnissen viele Publisher, die oft von Anzeigen leben. Hier zeigt sich eine sehr unterschiedliche Qualität. Einige Publisher arbeiten für ihren Content mit Fachjournalisten zusammen. Bei anderen hat man den Eindruck, dass dort schlicht Traffic „abgegriffen“ wird – bis hin zu typischen Clickbaits. Dem wird jetzt ein Riegel vorgeschoben.

Contra: Was gegen die Staatsbox spricht

Unklare Grenzen

Das Gesundheitsportal ist mit 160 Krankheiten online gegangen – „zum Start“. Schon jetzt finden sich Artikel zu vielen allgemeinen Lebensthemen. Die Frage ist: Was ist noch ein sensibler Bereich? Und wollen wir, dass überall eine Staatsbox vorne steht? Es ist zu erwarten, dass andere Ministerien für ihre Infoportale eine ähnliche Premium-Sichtbarkeit haben wollen. Finanzen, Recht, Familie – die Zahl der Themenfelder ist letztlich unbegrenzt. Wie die Boxen PR-technisch genutzt werden, wenn einmal eine populistische Regierung an der Macht ist, sei auch dahingestellt.

Fehlende Neutralität

Wie neutral ist der Staat? Letztlich sind viele Themen sehr umstritten. Ein normaler Zustand in einer pluralistischen Gesellschaft. Der Staat verfolgt eigene Informationsinteressen. Das ist keine Verschwörungsdenke, sondern schlichte Realität. Beispiel Organspende oder Impfpflicht. Zudem konkurrieren in der Gesundheit viele Behandlungsmethoden miteinander. Was wird in den Staatsboxen erwähnt – und was fällt unter den Tisch? Wenn sich die Staatsbox auch auf andere Ministerien ausweitet, wird sich zeigen, wie sehr die Ministerien hier ihre Agenden aktiv kommunizieren.

Diskussion: Das sagen unsere Hörerinnen und Hörer (Auswahl)

Auf LinkedIn diskutieren wir mit unserer Community. Unsere Hörerinnen und Hörer sind Profis im Online-Marketing. Eigene Köpfe, oft mit vielen Jahren Erfahrung. Die Kommentare stammen aus diesem Posting hier. Eine weitere Diskussion dazu unter diesem Beitrag von Sascha Maynert.

Beispiel: Rankings zum ICD-Code

Wie im Ranking-Chart (Sistrix) zu sehen, rankt das Gesundheitsportal auch zum ICD-Code. Eine offizielle Klassifizierung der Krankheiten. Wer nach den Codes googelt, sieht keine grüne Staatsbox. Aber das Gesundheitsportal sortiert sich auch hier ganz weit vorne ein. Es ist davon auszugehen, dass dort bald Platz-1-Positionen vorhanden sind.

Die Suchergebnisse sind – je nach Code – sehr unterschiedlich. Aber es zeigt sich, dass hier häufig große Onlineportale von Medienhäusern wie Chip, Apotheken-Umschau, Omeda und Netdoktor vorne stehen. Aber auch gemeinnützige Informationsportale, Arztpraxen und Kliniken sind aufzufinden.

Über uns: Podcast und SEO-Beratung

Es ist offensichtlich: Wir selbst sind natürlich auch nicht neutral in dieser Angelegenheit. Seit vielen Jahren arbeiten wir als SEO-Berater für Unternehmen.

Auf der anderen Seite haben wir immer den Anspruch, das beste Ergebnis für den User zu entwickeln – also nicht durch Tricks oder Spam nach vorne zu kommen, sondern durch Qualität.

Außerdem sprechen wir in unserem Podcast offen und ehrlich über SEO-Themen. Wir sehen uns als White Hat SEOs. Hier mehr darüber, wie man einen passenden SEO-Berater findet.

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