Site Reputation Abuse: Wenn Verlage ihren guten Ruf missbrauchen – und was die Alternative ist

Google zieht bei seinen Spam-Maßnahmen die Zügel an – und darunter leiden jetzt auch Verlage. “Site Reputation Abuse” ist das Stichwort. Zu deutsch: Der Missbrauch des Rufs der Website.

Was dahinter steckt, welche Verlage derzeit in den Google Rankings abrauschen – und was die Alternative ist. Das besprechen wir in unserem Podcast. Die Kern-Aussagen hier im Artikel.

Vorab: Wir sind White-Hat-SEOs. Heißt: Wir arbeiten immer mit den Richtlinien – und nicht gegen Google. Absichtliches Handeln gegen die Vorgaben halten wir für ineffektiv, da man letzten Endes immer am kürzeren Hebel sitzt. Man feiert höchstens taktische Erfolge – aber auf Kosten von ständigen Überarbeitungen und Anpassungen.

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Beispiel: Solche Suchergebnisse will Google bekämpfen

Rund 70.000 User pro Monat suchen nach Otto Gutschein (Quelle: SEO-Tool Sistrix). Wer hier vorne steht, erhält entsprechend Klicks. In den Top10 stehen 5 bekannte deutsche Publisher. Jeweils mit einer Subdomain.

Ohne dass wir die technische und organisatorische Infrastruktur dahinter kennen, bekommt man den Eindruck: Die Inhalte werden automatisch dort ausgespielt.

Häufig wird auch explizit darauf hingewiesen, dass dies ein Service eines anderen Unternehmens ist als das des Medienhauses. Faktisch heißt das: Der Verlag stellt einen Teil seiner Website anderen zur Verfügung. Gleichzeitig ranken die Inhalte nur in den Top10, weil die Domains der Verlage ein sehr hohes Vertrauen genießen und auch häufig verlinkt worden sind.

Genau das untersagt Google nun mit der Erweiterung seiner Spam-Policy (hier geht’s zur entsprechenden Stelle in der Dokumentation).

Site Reputation Abuse

Diese Websites haben schon verloren

In den USA und UK haben eine ganze Reihe von bekannten Publishern herbe Verluste in ihren Coupons-Rubriken hinnehmen müssen. Darunter Reuters, Time, Wired, The Independent und viele mehr. In dem Kurzvideo stellen wir eine Publisher Website aus UK vor, deren Gutschein-Verzeichnis stark an SEO Sichtbarkeit verloren hat.

Hierbei scheint es sich um manuelle Maßnahmen zu handeln, wie Kollege Christian Kunz auf SEO Südwest berichtet. Heißt: Es sind keine algorithmischen Maßnahmen, die eingespielt und ausgerollt werden. Sondern einzeln ausgesprochene Abstrafungen.

Google selbst empfiehlt in seinen Spam-Richtlinien, die entsprechenden Verzeichnisse auf No-Index zu stellen und so aus dem Ranking zu nehmen. Dass Publisher dies jedoch freiwillig machen ist unwahrscheinlich, da der wirtschaftliche Erfolg der Verzeichnisse auch vom SEO Traffic abhängt.

Site Reputation Abuse: Das ist verboten

Der zentrale Satz fällt gleich zu Beginn: “Ein Missbrauch des Websiterufs liegt vor, wenn Seiten von Drittanbietern mit nur wenig oder gar keiner Kontrolle oder Beteiligung des Erstanbieters veröffentlicht werden und der Zweck darin besteht, das Suchranking durch Ausnutzung der Ranking-Signale der Erstanbieter-Website zu manipulieren.”

Genau solche Drittanbieter sind es, die zum Beispiel die Coupons-Rubriken bestücken. Die Rubriken ranken nur bei Google aufgrund der Ranking-Signale der Publisher, die oft von vertrauenswürdigen externen Quellen verlinkt werden und dadurch ein hohes Domain Rating in SEO haben.

Auch Rezensionen, die ohne Prüfung und Zutun veröffentlicht werden, will Google in Zukunft unterbinden. Hier geht es wahrscheinlich um Vergleiche, bei denen oft redaktionell nichts beigesteuert wird, sondern Amazon Rezensionen integriert werden und so Affiliate Einnahmen generiert werden.

Site Reputation Abuse - das ist verboten

… und das ist erlaubt

Was allerdings auch klar wird: Google will ausdrücklich nur gegen den Missbrauch der Google Reputation vorgehen – nicht grundsätzlich gegen das Werbegeschäft der Medienhäuser. So wird zum Beispiel betont, dass Advertorials oder Native Advertising Formate nicht gegen die Spam Richtlinien verstoßen.

Site Reputation Abuse - das ist erlaubt

2 Lösungsansätze für Medienhäuser

An die Richtlinien halten

So simpel es klingt: Google gibt in seinen Spam-Richtlinien selbst vor, was möglich ist und was nicht. Medienhäuser sollten entsprechende Gutschein-Verzeichnisse auf No-Index schalten und die Verluste abschreiben. Oft sind es auch Nebengeschäfte. Sie tragen nichts zur zentralen Zukunfts-Strategie bei – nämlich mehr Digital-Abonnenten zu gewinnen. Im Gegenteil: Man beschädigt tatsächlich seinen guten Ruf. Das sind Entscheidungen, die letztlich auf Geschäftsführungsebene getroffen werden müssen – und nicht von den Inhouse-SEO-Verantwortlichen.

SEO-Strategien für mehr Abos

Viele Publisher sind sehr erfolgreich mit ihren Digital-Angeboten – und ihren Analysen dahinter. So hat zum Beispiel der Spiegel vor einiger Zeit gesagt, mit welchen Artikeln die meisten Digital-Abos generiert werden. Aus unserer Sicht sollte genau hier SEO andocken. Wie bekommt man zu den Artikeln und Themenbereichen mehr SEO Sichtbarkeit? Schließlich konvertieren diese Themen sehr gut. Genau solche Ansätze verfolgen wir auch immer in unserer SEO-Beratung. Wir arbeiten am wichtigsten Geschäftsfeld – und entwickeln dort SEO-Strategien und Maßnahmen.

Wir beraten Marketing-Verantwortliche in SEO

SEO Content Audit durchführen

Wir sind Fabian Jaeckert (rechts) und Benjamin O’Daniel. Seit vielen Jahren arbeiten wir als Berater für Marketing-Teams. Dabei verbinden wir zwei Welten: Fabian ist der technische Experte, Benjamin übernimmt alle Themen rund um Content Entwicklung.

Als B2B Publisher haben wir das Glück, dass uns eine treue Leserschaft seit Jahren begleitet. Doch wir waren uns sicher, dass unser Content auch noch für viele weitere Interessierte einen hohen Nutzwert haben könnte und wollten wachsen und noch sichtbarer werden. Nur wie konkret?!

Mit Fabian Jaeckert und Benjamin O’Daniel haben wir ein fantastisches Duo gefunden, das uns sowohl mit fundiertem und unglaublich analytisch technischen Know-how als auch mit einer unfassbaren redaktionellen Expertise überzeugen konnte. Die Ergebnisse aus dem SEO-Audit haben uns viele, sehr konkrete Handlungsempfehlungen aufgezeigt, die wir direkt umsetzen konnten. Die Workshop-Mentoring-Serie mit Fokus auf das Keyword-Set und einer Evergreenstrategie hat dann das ganze Redaktionsteam derart begeistert, dass wir nach einem Jahr unsere Reichweite und Sichtbarkeit verdoppeln konnten!

Das Thema SEO ist im Daily Business nicht mehr wegzudenken und dafür nochmals vielen Dank, dass Eure Begeisterung so ansteckend und motivierend ist, dass wir auch weiterhin gern mit Euch zusammenarbeiten, denn „SEO ist kein Sprint, sondern ein Marathon“ und dafür trainieren wir gerne weiter.

Ute Sauermann
Senior Product Manager, TECVIA GmbH (ehem. Springer Fachmedien München)

“Wie können wir unsere SEO Sichtbarkeit verbessern?”

Diese grundsätzliche Frage steht hinter jedem Projekt, bei dem wir an Bord geholt werden.

Häufig geht es darum, bestehende SEO- und Content-Strategien von außen zu überprüfen und neue Hebel zu entwickeln.

Genau darauf haben wir uns spezialisiert.

Wir entwickeln SEO-Strategien für Unternehmen und stellen diese in Fokus-Workshops strukturiert und verständlich den Verantwortlichen vor. Anschließend begleiten wir die Inhouse-Verantwortlichen bei der Umsetzung. 

Klingt interessant?

Gerne können wir uns zu einem SEO Kennenlernen per Videokonferenz verabreden (30 Min.). 

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