Klicks & Views als neue Rankingfaktoren: Insights aus dem aktuellen Google Leak

Ein aktueller Google Leak geht seit Tagen durch die SEO-Branche. Dabei wurde aus Versehen eine Dokumentation veröffentlicht, auf welchen Parametern der Ranking Algorithmus beruht (Artikel dazu hier und hier).

Für die SEO-Welt ein gefundenes Fressen. Zumal man seit jeher darüber debattiert, wie der Algorithmus funktioniert.

Auch wir haben uns mit dem Leak beschäftigt. Ein Punkt, der uns sehr beschäftigt hat: Die Nutzersignale. Denn im Leak kam heraus: Google arbeitet aktiv mit Nutzersignalen, um herauszufinden, ob eine Website guten oder schlechten Content liefert.

Welche Nutzersignale das sind – und was das für die SEO-Arbeit bedeutet: Darüber sprechen wir in der Podcast-Folge und hier im Artikel.

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Mit diesen zwei Nutzersignalen arbeitet Google

Google analysiert, wie sich die User von ihren Suchergebnissen aus auf den Websites verhalten. Dabei unterscheidet Google zwischen “Bad Clicks“, “Good Clicks” und “Last Longest Clicks“. Vereinfacht gesagt geht es darum, wie lange man auf der jeweiligen Website verweilt. Ein schlechter Klick findet statt, wenn jemand auf ein Suchergebnis klickt und nach kurzer Zeit wieder zurückgeht auf die Suchergebnisse. Denn dann wurde sein Informationsbedürfnis offensichtlich nicht gestillt.

Bei einem guten Klick bleibt der User länger auf der Website, bevor er wieder zurückgeht. Und Beim Last Longest Click kommt der jeweilige User gar nicht mehr zurück. Seine Suche ist beendet – und damit aus Sicht von Google ein Erfolg. Je mehr gute Klicks eine Website auslöst, desto besser die Ranking-Chancen. Denn desto stärker ist das Signal, dass die Website und der Content dahinter auch gut ist und ein entsprechend gutes Ranking verdient.

Attributes aus dem Google Leak mit Good Clicks und Bad Clicks

Ebenfalls wurde bekannt, dass Google Daten aus dem hauseigenen Chrome Browser nutzt. Das ist insofern interessant, weil hier die Suche erst einmal keine Rolle spielt. Google ermittelt also, welche URLs in Chrome Views erhalten. Explizit wird davon gesprochen, dass die Anzeige von bestimmten Site-Links darauf beruhen (z.Bsp. wenn man nach einer Marke oder einem Unternehmen sucht und bestimmte Links eingerückt angezeigt werden wie Download, Kontakt etc.).

Aus unserer Sicht steckt in den Chrome Views aber noch viel mehr. Ein View ist sozusagen die perfekte Form eines “Good Click”. Schließlich verweilen User auf den einzelnen Seiten. Für Google ist das ein klares Signal, dass sie diese Seiten auf dem Schirm haben müssen und im Ranking auch abbilden müssen, weil sie für User relevant sind. Seiten, die auch angeschaut werden, haben somit bessere Ranking-Chancen.

Chrome Views als Nutzersignale für Google
Diskussion zum Google Leak auf Linkedin

Fabian fasst weitere Eindrücke aus dem Google Leak hier und hier auf LinkedIn zusammen.

Zufriedene Nutzer – für manche SEOs ein Problem?

Der blinde Fleck der Manipulations-Strategien

Es ist bekannt, dass es in der SEO-Welt zwei Richtungen gibt: Eine Richtung, die auf Google-Manipulation arbeitet (Black Hat, Gray Hat). Und eine Richtung, die Richtlinien-konform arbeitet (White Hat). Wir selbst sind White Hat SEOs. Aus unserer Sicht haben Manipulationstechniken es immer schwerer. Links einkaufen, massenhaft KI-Texte generieren – das ist bereits seit langem seitens Google unter Beschuss. On top werden auch echte Nutzersignale ausgewertet, die nur schwer zu manipulieren sind. Zumal Google mit Google Ads Fraud seit vielen Jahren damit Erfahrung hat, gefakte Nutzersignale zu erkennen. Die Zeit des Glücksrittertums ist schon lange vorbei. Seriöse Unternehmen mit guten Produkten dagegen haben sehr gute SEO-Chancen. Weil Google erkennt, dass den Usern weitergeholfen wird.

Schönheitskorrekturen in SEO bringen wenig

Es gibt oft die Vorstellungen, dass man in SEO ein paar Details optimiert – und dann im Ranking rasant aufsteigt. Überzogene Erwartungen, die man aber auch in allen Digital-Marketing-Disziplinen sieht. Beispiel in SEO: Wir optimieren ein bisschen die Meta Descriptions, ein paar SEO-Texte – und das reicht. Aber wenn der Content dahinter nicht gut genug ist, löst man “Bad Clicks” aus. Also negative Nutzererfahrungen. Das wiederum merkt Google. Mit solchen schnellen Maßnahmen kann man sich sogar möglicherweise schaden. Unsere Erfahrung: Am besten entwickelt man ein abgestecktes, überschaubares SEO-Projekt – etwa auf einen wichtigen Produktbereich bezogen – und setzt dort dann auf Qualität. Von dort aus entwickelt man dann seine SEO-Aktivitäten weiter.

SEO “verstecken” bringt nichts

Ebenfalls weit verbreitet: Man setzt auf abgekapselte Bereiche auf der Website, die nur für SEO gemacht sind. Beispielsweise Doorways aus tausenden Seiten. Oder Seiten, die man in den Footer einhängt – aber fürs Hauptmenü sind die Seiten zu schlecht. Es muss aus unserer Sicht anders angegangen werden: Keywords und Suchvolumen beweisen den Kundenbedarf – man sollte sich also darum ernsthaft kümmern. Also braucht es Content, der User zufrieden stellt und SEO-Anforderungen erfüllt. Plus eine absolut saubere Google Indexierung – ein Thema, an dem viele Unternehmen scheitern. Auch hier wurde im Leak deutlich, dass Google eine Art “Sammlung” der besten URLs hat, die nachgewiesener Maßen gut sind (hier ein LinkedIn Posting von Fabian dazu).

3 SEO-Maßnahmen, die aus dem Leak resultieren

Good Clicks generieren

Für Good Clicks gelten alle Regeln der Usability, aber auch bekannte SEO-Regeln. Beispielsweise ist bekannt, dass für SEO die h1 und h2 Überschriften sehr wichtig sind. Der Grund: Die User können sich dann einfach besser und schneller orientieren. Auch ein gelayoutetes Inhaltsverzeichnis, das klare Schwerpunkte setzt, ist für User extrem hilfreich. Letzten Endes haben alle mit Mühe gestalteten Landingpages, Blogartikel und Produktseiten automatisch gute Chancen, Good Clicks auszulösen. Hier sieht man, wie SEO von vielen weiteren Disziplinen und auch den Layout-Optionen im CMS abhängt.

Bad Clicks reduzieren

Bad Clicks verhindert man vor allem dadurch, dass man Seitentypen und Formate besser versteht. Beispiel: Auf einer Shop-Kategorieseite einen ellenlangen Ratgeber-Text anzuhängen ist in SEO sehr beliebt. Aber gute Nutzersignale löst es nicht aus. Gleiches gilt zum Beispiel auch, wenn massenhaft Produkte in einem Shop ausverkauft sind, man die URLs aber nur für SEO erhält. Auch lange Ladezeiten lösen Bad Clicks aus – Stichwort Core Web Vitals. Man kann also viele gängige SEO-Maßnahmen daraufhin überprüfen, ob man damit Bad Clicks provoziert bzw. reduziert.

Views generieren

Jede wichtige URL, mit der man im Google Ranking erfolgreich sein will, sollte auch möglichst eigenständig Views generieren. Denn dadurch erhöht man die Chance dass die URL ein “Base Document” wird, wie Fabian hier auf LinkedIn beschreibt. Das geht zum Beispiel, in dem man seine Artikel oder Produkte in einem Newsletter anteasert oder auf WhatsApp, LinkedIn und anderen Social Media Plattformen teilt. Spätestens jetzt ist klar: Das geht nicht mit reinen SEO-Texten, die man am liebsten verstecken möchte. Stattdessen braucht man eine neue Strategie in der Content Distribution.

Wir beraten Marketing-Verantwortliche in SEO

SEO Content Audit durchführen

Wir sind Fabian Jaeckert (rechts) und Benjamin O’Daniel. Seit vielen Jahren arbeiten wir als Berater für Marketing-Teams. Dabei verbinden wir zwei Welten: Fabian ist der technische Experte, Benjamin übernimmt alle Themen rund um Content Entwicklung.

Als B2B Publisher haben wir das Glück, dass uns eine treue Leserschaft seit Jahren begleitet. Doch wir waren uns sicher, dass unser Content auch noch für viele weitere Interessierte einen hohen Nutzwert haben könnte und wollten wachsen und noch sichtbarer werden. Nur wie konkret?!

Mit Fabian Jaeckert und Benjamin O’Daniel haben wir ein fantastisches Duo gefunden, das uns sowohl mit fundiertem und unglaublich analytisch technischen Know-how als auch mit einer unfassbaren redaktionellen Expertise überzeugen konnte. Die Ergebnisse aus dem SEO-Audit haben uns viele, sehr konkrete Handlungsempfehlungen aufgezeigt, die wir direkt umsetzen konnten. Die Workshop-Mentoring-Serie mit Fokus auf das Keyword-Set und einer Evergreenstrategie hat dann das ganze Redaktionsteam derart begeistert, dass wir nach einem Jahr unsere Reichweite und Sichtbarkeit verdoppeln konnten!

Das Thema SEO ist im Daily Business nicht mehr wegzudenken und dafür nochmals vielen Dank, dass Eure Begeisterung so ansteckend und motivierend ist, dass wir auch weiterhin gern mit Euch zusammenarbeiten, denn „SEO ist kein Sprint, sondern ein Marathon“ und dafür trainieren wir gerne weiter.

Ute Sauermann
Senior Product Manager, TECVIA GmbH (ehem. Springer Fachmedien München)

“Wie können wir unsere SEO Sichtbarkeit verbessern?”

Diese grundsätzliche Frage steht hinter jedem Projekt, bei dem wir an Bord geholt werden.

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