Was ist die Zukunft von Ratgeber-Content? Unser Eindruck 2026

Hörer*innen

Ratgeber-Content galt die letzten 25 Jahre als der Goldstandard im Content-Marketing. Die Formel: Erstelle kostenlos hilfreiche Inhalte und baue dir so Reichweite auf – und damit auch Kunden. Aber funktioniert diese Formel noch? Wie geht es weiter mit all diesen Inhalten? Sollten Unternehmen noch solchen Content erstellen?

Darüber sprechen wir in dieser Podcast-Episode. Aus unserer Sicht steht Ratgeber-Content massiv unter Rechtfertigungsdruck. Und zwar aus drei Gründen, die alle mit der aktuellen KI-Entwicklung zu tun haben.

Spoiler: Ein Abgesang auf Ratgeber-Content wird das hier nicht. Aber ein deutliches Plädoyer, seine bisherigen Content-Strategien zu überdenken. Zusammenfassung hier – Deep Dive im Podcast.

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Diese drei KI-Entwicklungen setzen Ratgeber-Content unter Druck

Der Traffic bricht ein

Ratgeber-Content sorgt für viel weniger Klicks als noch vor ein, zwei Jahren. Der Grund: AI Overviews und AI Mode fassen die Artikel zusammen. User müssen nicht mehr klicken. ChatGPT oder auch Meta AI zeigen oft gar keine Links mehr an, wenn es um reine Ratgeber-Inhalte geht (Klassische Tipps, Vorgehen, Empfehlungen). Der Content wirft also viel weniger ab. Wir kennen Projekte, die über 50 Prozent an Traffic verloren haben. Andere sind nach wie vor stabil – aber es sind oft Einzelfälle, die zum Beispiel auf eine sehr starke Markenbindung zurückzuführen sind.

AI Content flutet das Web

In den letzten drei Jahren haben manche Unternehmen massiv Content mit KI skaliert. Zwar gibt es hierzu immer wieder Berichte, dass dies zu Abstrafungen seitens Google führen kann, weil dies gegen die Spam-Richtlinien verstößt. Aber letztlich hindert es diese Player im Markt nicht daran, es auszuprobieren. Das sorgt letztlich dafür, dass die Google Ergebnisse noch „verstopfter“ sind als sie sowieso schon waren. Immer mehr Konkurrenz trifft auf immer weniger Klicks. Das zieht die Performance weiter nach unten.

KI für Kosten sparen

Ein Reflex, der gleichzeitig Einzug erhalten hat: Wenn Ratgeber-Content immer weniger abwirft, warum sollte man dann noch in diese Inhalte investieren? Viele Content-Expert*innen berichten zum Beispiel auf LinkedIn, dass sie unter Kosten- bzw. Rechtfertigungsdruck stehen. Durch KI können viele allgemeine Inhalte auf einem ordentlichen Niveau erstellt werden. Das reicht vielen Unternehmen aus. Auch Inhouse-Fachkräfte setzen auf KI, um den Workload zu verringern bzw. ihre Effizienz zu erhöhen. An sich kein schlechtes Vorgehen. Nur sorgt es oft für noch mehr austauschbare Ratgeber-Inhalte.

Was ist mit „Topical Authority“?

Es gibt in der Branche auch viele Vertreter*innen, die sich nach wie vor für Ratgeber-Content stark machen. Zwei Argumente werden hier häufig genannt:

  • Themen-Autorität: Unternehmen bräuchten eine „Topical Authority“. Dies sei ein wesentlicher Faktor für erfolgreiche Google Rankings und bringe außerdem Backlinks – so die Befürworter von Ratgeber-Content. Allerdings: Offiziell ist „Topical Authority“ von Google nie bestätigt worden. Backlinks gibt es generell immer seltener.
  • Anlaufstelle für die Website: User bräuchten einen Grund, eine Website von sich aus zu besuchen. Etwa in Form eines Direktzugriffs oder als Link über einen Newsletter. Dieses Argument halten wir für sehr valide. Allerdings muss es dann auch so als Zielvorgabe intern kommuniziert werden – und nicht als Google-Traffic-Lieferant. Dies sorgt dann nämlich potenziell für viel Enttäuschung und Rechtfertigungsdruck.
Ratgeber Content 3 Gründe für aktuellen Druck in 2026

Content-Strategie für die Zukunft

Klare Formate

Ratgeber-Inhalte müssen sich in Zukunft klar von allgemeinen KI-Inhalten unterscheiden. Das funktioniert, wenn sie ein klares Format haben. Wenn also Creator*innen oder Expert*innen dahinter stehen, die ihre Erkenntnisse, ihre Erfahrungen teilen. Nur so kann man eine eigene Audience aufbauen. Solche Content Formate gibt es in der YouTube-Welt, aber auch bei Podcasts oder Newslettern. Sie erscheinen regelmäßig, haben einen konkreten Themenfokus und sind in ihrer Machart klar wiedererkennbar.

Content nah am Produkt

Weitere gute Chancen haben Inhalte, die nah an den Produkten und Dienstleistungen sind. Zum Beispiel eigene Tests oder eigene Case Studies. Bei Content rund um die Produktwelt sehen wir häufig, dass KI sehr sinnvoll eingesetzt werden kann. Etwa, um Produktdaten in Texte umzuwandeln. Auch ist es hier weniger kritisch, wenn die KI-Systeme die Inhalte zusammenfassen. Schließlich ist man dann eine relevante Quelle und wird als Marke zitiert (Brand Mention, siehe GEO KPIs).

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GEO & SEO Manager, Bijou Brigitte

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Daniela Edelmann
Geschäftsführung, BKOMM Agentur für Kommunikation

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Quellen: Digital PR für KI-Sichtbarkeit

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KI-Optimierung für Onlineshops

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