Wie wir mit angehenden Online-Redakteuren Content-Formate entwickeln

Seit vielen Jahren sind wir auch in der Lehre tätig. So gibt Benjamin einmal im Jahr ein Seminar zu Content-Marketing an der TH Köln im Studiengang Online-Redaktion.

Im Seminar entwickelt Benjamin mit den angehenden Online-Redakteuren professionelle Content-Formate. Von einer groben Idee bis zur professionellen Pitch-Präsentation.

In der aktuellen Folge berichtet Benjamin über seine Eindrücke aus dem Seminar:

  • Was für die junge Generation „guter Content“ bedeutet
  • Wie er mit der Gruppe gemeinsam ChatGPT getestet hat
  • Wie er sein Seminar evaluiert und optimiert

Mal eine etwas andere Folge als sonst. Aber wie immer mit vielen Infos für Content-, SEO- und Marketing-Profis.

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Was ist ein gutes Content-Format?

Benjamin fragt vorab jedes Jahr, was für die StudentInnen „guter Content“ ist und bittet sie um Beispiele. So erhält er rund 50 Antworten, die er clustert und in seine Präsentationen einbaut.

Was ihm in den Antworten seit Jahren auffällt:

  • Der Aufmerksamkeits-Markt ist komplett zersplittert. Kaum ein Influencer oder eine Influencerin wird mehrmals genannt. Oft wird mehreren InfluencerInnen rund um ein Interessensgebiet gefolgt.
  • Ganz anders bei journalistischen Medienangeboten: Hier nennen sehr viele StudentInnen das Content-Netzwerk Funk als ihr Haupt-Medium. Sowohl den Haupt-Kanal auf Instagram als auch einzelne Sendungen wie Mädelsabende, MrWissen2Go und viele weitere.
  • Klassische Medienangebote – etwa Sendungen aus dem linearen Fernsehen – werden schon seit Jahren kein einziges Mal erwähnt.

Bei den Kanälen dominieren ganz klar:

  • Instagram
  • TikTok
  • YouTube

Google wird dafür genutzt, wenn etwas gezielt gesucht wird. Facebook wurde in den letzten drei Jahrgängen kein einziges Mal mehr genannt. Plattformen wie Snapchat und Pinterest sind eher nur noch Randphänomene.

Ein gelungenes Content-Format muss für die junge Generation folgende Aspekte erfüllen:

  • Sie benötigen ein Grundinteresse an dem Thema (Outdoor, Kampfsport, Mode, Kochen, aber auch Special Interest wie Tauchen auf Hawai).
  • Der Mehrwert muss klar erkennbar sein (Information, Unterhaltung, etwas Lernen).
  • Das Format braucht ein stimmiges Erscheinungsbild. Optik ist sehr wichtig.
  • Eine persönliche Verbindung bzw. Identifikation mit den Presentern der Sendung oder des Formates.
  • Kommunikation auf Augenhöhe durch aktives Community Management.
  • Alle Plattform-spezifische Features sollten genutzt werden.

Ein ziemlich hoher Anspruch – und doch die Realität. Publisher, Organisationen und Unternehmen können daraus ableiten, dass sie viel Arbeit in die Konzeption ihrer Formate investieren sollten, wenn sie wirklich eine dauerhafte Verbindung zu ihren Usern aufbauen wollen.

Man braucht ganz klar eine Content-Strategie, ein regelmäßiges Format und Personen, die bereit sind, persönlich sichtbar zu sein.

Wie lief der ChatGPT-Test?

Wesentlicher Teil der Entwicklung eines Content-Formats: Das Themen-Brainstorming.

Hier haben wir in der Vergangenheit unter anderem die 6-3-5-Methode angewendet, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Ideen zu generieren. Mit einer Gruppe haben wir dieses Mal aber einen neuen Weg ausprobiert und ChatGPT getestet.

Beispiel: Überschriften eines erfolgreichen Kanals zu einem Themenbereich nehmen – und ChatGPT auf dieser Basis weitere Themen entwickeln lassen. Die Ergebnisse dann bewerten, neu sortieren und von Neuem eingeben.

Es hat sich aber sehr schnell gezeigt, dass die Arbeitsgruppe die Software für sehr viele Anwendungen spontan getestet hat – von der Recherche bis zum Schreiben ganzer Artikel. Ob und wann man auf ChatGPT vertrauen kann, haben wir anschließend diskutiert.

Das bestätigt unseren Eindruck, den wir auch hier geschildert haben: Die User werden es für alle möglichen Themen und Fragestellungen nutzen. Egal, was die Expertinnen und Experten dazu sagen. Hier vergleichen wir ChatGPT und Google genauer.

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