KI Texte für SEO: Die Zukunft der Content Produktion?

KI Texte dienen dazu, automatisiert und skalierbar Texte zu erstellen – über eine künstliche Intelligenz bzw. maschinelles Lernen. Auch in der Suchmaschinenoptimierung nimmt das Thema an Fahrt auf.

Mal wieder, könnte man fast sagen. Denn gespinnten Content gibt es schon seit vielen Jahren. Was ist neu an der Debatte?

  • Google hat im Helpful Content Update eindeutig geschrieben, dass es massenhaft automatisierten Content abstraft.
  • Gleichzeitig entstehen immer mehr KI Text-Anbieter wie Jasper, Neuroflash und andere.
  • Die ersten SEO-Tools bauen diese Technologie in ihre Suiten als Content-Service ein.

In der Podcastfolge werfen wir einen Blick auf die aktuelle Entwicklung. Wir besprechen verschiedene Anwendungsfälle und hinterfragen, ob KI Texte wirklich eine nachhaltige Lösung darstellen.

Wie immer gilt: Es ist eine offene Diskussion und wir sind sehr offen für alternative Argumente. Einfach per LinkedIn melden.

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Was sind KI Text-Generatoren?

KI Text Generatoren oder auch AI Content Software generiert automatisiert Überschriften, Absätze oder auch ganze Artikel. Hier sind in den letzten Jahren eine Reihe von neuen Tools auf den Markt gekommen, wie etwa Neuroflash oder Jasper.

Uns geht es in dieser Folge nicht darum, zu erklären, wie man konkret mit solchen Tools arbeitet. Das können andere deutlich besser. Unser Tipp ist hier Kai Spriestersbach, der in diesem Artikel und in diesem Video Jasper testet.

Uns geht es vielmehr darum, grundsätzlich zu diskutieren, ob und wann solche KI Software zum Einsatz kommt. Wir selbst stehen dem Thema kritisch gegenüber. Trotzdem wollen wir konstruktiv diskutieren und Perspektiven austauschen.

Zu unserem Background: Fabian arbeitet seit über 15 Jahren als SEO mit einem technischen Schwerpunkt. In früheren Jahren hat er viel mit Spinning-Text-Tools gearbeitet.

Bei solchen Tools wurde und wird vereinfacht gesagt mit Platzhaltern gearbeitet. Man fügt Synonyme ein und die Software würfelt die Wörter so durcheinander, dass jedes Mal ein uniqer Satz entsteht.

Die neuen Software-Lösungen dagegen greifen auf einen größeren Korpus zurück und generieren daraus die Texte. Doch es entsteht kein „neuer“ Text. Sondern eine Zusammenfassung von Inhalten, dies es im Web bereits gibt.

Das Helpful Content Update

Im Helpful Content Update von Google wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Google „machine generated Content“ und „extensive automation“ ablehnt. Genau das leisten KI Text Generatoren.

Wenn Unternehmen auf solchen automatisiert erstellten Content in großen Umfang setzen und Google dies erkennt, wirkt sich das – laut Helpful Content Update – negativ auf die gesamte Domain aus.

Es ist damit das allseits bekannte SEO Game eröffnet, ob man klüger als Google ist – oder eben nicht. In der Vergangenheit haben viele Unternehmen den kürzeren gezogen. Nicht ohne Grund verweist Google auch auf das Panda Update. Hier haben wir das Helpful Content Update genauer besprochen.

KI Texte Google

Hier ein Auszug aus der Dokumentation zum Helpful Content Update.

Umfrage: 30 Prozent nutzen KI Text Generatoren

Fabian hat spontan eine Umfrage auf LinkedIn gestartet. Natürlich sind solche Umfragen nicht repräsentativ. Aber sie geben ein Stimmungsbild ab, zumal Fabian mit vielen SEO-Managern in Deutschland vernetzt ist, darunter viele ausgewiesene Expertinnen und Experten, die auf Konferenzen sprechen und die wir auch in unserem Podcast interviewt haben.

Das Ergebnis: Rund 30 Prozent arbeiten mit KI Text-Generatoren. Es gibt klare Befürworter von KI Content Software. Andere testen die Tools, die es auf dem Markt gibt. Auch die Kombination aus automatischer Textgenerierung und Korrektorat bzw. Lektorat wird von einigen ausprobiert.

Auch einige SEO-Suiten bzw. SEO-Tools, die auf dem Markt sind, arbeiten bereits mit KI Content Anbietern zusammen. So zum Beispiel SEObility.

Viele Suiten haben in den vergangenen Jahren Content Module eingeführt, die es Texterinnen und Textern erleichtern sollen, SEO als Anforderung zu berücksichtigen.

KI Text Generatoren Umfrage LinkedIn

Hier geht es zu Umfrage von Fabian auf LinkedIn.

Wofür AI Content Software nutzen? Fall 1: Funktionaler Content

Onlineshops

Häufigste Antwort von SEOs, wenn man mit ihnen diskutiert: „It depends.“ In diese Richtung entwickelt sich auch die Diskussion um die Nutzung von KI Text Software. So beschreibt zum Beispiel Kevin Indig in seinem Growth Memo Blog bestimmte Anwendungsfälle, in denen man evtl. auf automatisierte Texte setzen kann.

Ein Anwendungsfall sind rein funktionale Texte. Wie etwa Kategorieseiten-Texte und Produktdetail-Seiten-Texte von Onlineshops. Hier stellt sich seit jeher die Qualitätsfrage.

Für diese Art von Seitentypen werden Texte für einige Euro bestellt. Geschrieben von Menschen, die aber im Grunde nichts anderes als Schreibmaschinen sind. Die Texte haben häufig keine Qualität – was mit den niedrigen Preisen zusammenhängt, die wiederum durch die Masse entstehen, die ein Onlineshop braucht.

Hier stellt sich nun die Frage, ob man dafür nicht KI Text-Generatoren nutzt.

Unsere Bewertung

Auf den ersten Blick macht diese Argumentation Sinn. Schließlich kann eine KI Text Software hier die gleiche Content-Qualität liefern, wahrscheinlich sogar eine noch bessere Qualität. Das ändert aber nichts daran, dass dieser Text keine hohe Qualität hat. Es ist und bleibt ein typischer SEO-Text.

Zudem fragen wir uns, ob das wirklich die Zukunft von SEO ist. Oder nicht vielmehr ein Überbleibsel aus den letzten zehn Jahren Google-Entwicklung.

In unserer Case Study zum Musikhaus Thomann haben wir gezeigt, wie der Onlineshop Top-Rankings mit kuratierten Seiten erzielt – ohne ein einziges Wort Text auf seinen Kategorieseiten. Google erkennt den Zusammenhang, auch ohne Text.

In eine ähnliche Richtung geht die Case Study zu Sixt geht in eine ähnliche Richtung. Sixt setzt auf eine sehr tiefgehende GEO-Strategie – ein typischer Fall für SEO-Texte. Doch Sixt setzt stattdessen auf eine kluge Zusammenstellung von Service-Elementen und deckt so die wichtigsten Search Intents ab.

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Anwendungsfall 2: Ratgeber-Texte erstellen mit AI Content Software

Blog-Artikel

Ein zweiter Anwendungsfall sind ausführliche Ratgeber-Artikel. Auch hier gibt es Befürworter, die dafür KI Content Generatoren nutzen. Software wie Jasper kann zum Beispiel per Knopfdruck zahlreiche Überschriften generieren, aber auch einzelne Absätze zu bestimmten Themen. Wie gut der automatisch generierte Text ist hängt vor allem von einem exakten Briefing ab.

Als wesentlicher Vorteil wird hier vor allem die Arbeitserleichterung genannt. Man spart sich viel Zeit für die Recherche. Stattdessen wird auf die Schnelle ein Text mit mehreren tausend Wörtern generiert, den man anschließend nur noch editieren muss. Also evtl. den Einstieg etwas passender schreiben und einige passende Fotos suchen.

Unsere Bewertung

Auf den ersten Blick wird hier sicher ein Artikel generiert, der solide ist. Aber auf den zweiten Blick fällt auch dieser Ansatz in sich zusammen. Zumindest aus unserer Sicht.

Wie soll auf diese Weise ein Artikel entstehen, der sich in den Top 10 durchsetzt? Ein Artikel, der absolut nichts Neues mit sich bringt? Und ein Artikel, der null auf das Unternehmen abgestimmt ist?

Wer professionell Texte schreibt, weiß: In der Recherche passieren eine Menge Dinge parallel. Man checkt den Wettbewerb, die Art, wie andere Themen aufziehen, findet Aspekte – oder auch Aspekte, die eben noch nicht berücksichtigt worden sind.

Ratgeber-Artikel sollten keine allgemeinen Texte sein, die überall stehen könnten. Sondern individueller Ausdruck der Expertise und Erfahrung, die in den Mitarbeitern des Unternehmens stecken (Produkt, Support, Vertrieb etc.).

So entsteht Einzigartigkeit – und damit eine Möglichkeit auf Top-Rankings. Nichts anderes schreibt übrigens auch Google in seinem Helpful Content Update.

KI Text-Generatoren: Unser Fazit

Risiko-Strategie

Aus unserer Sicht ist und bleibt es eine Risiko-Strategie auf automatisierten Content zu setzen. Es verstößt gegen Google-Richtlinien. Auf der anderen Seite entstehen potenziell kurzfristig taktische Vorteile. Dies sollte klar abgewägt und intern kommuniziert werden.

Unsere Prognose: Viele Unternehmen werden es testen oder gar flächendeckend ausrollen. Die Folge: So wie es viele Jahre ein Link-Detox gegeben hat (durch extensiven Link-Kauf) wird auch in Zukunft ein Content-Detox geben, der dann später wieder die automatisiert erstellten Texte rückabwickelt.

Nichts für die User

Wir selbst arbeiten für Marken-Unternehmen. Und dort arbeiten wir mit fähigen Marketing-Teams zusammen, die jeden Tag damit beschäftigt sind, hochwertige Inhalte zu generieren und häufig sehr spezifische B2B-Zielgruppen anzusprechen.

Durch diese Brille betrachtet ist automatisierter Content einfach keine Option. Es gibt keine Abkürzung, ohne gleichzeitig einen Qualitätsverlust hinzunehmen.

Wir beraten Marketing-Verantwortliche in SEO

SEO Content Audit durchführen

Wir sind Fabian Jaeckert (rechts) und Benjamin O’Daniel. Seit vielen Jahren beraten wir Marken-Unternehmen, wie sie mehr Besucher über Google erhalten und diesen Traffic in Anfragen und Verkäufe wandeln.

Für unser Marketing-Team haben wir gezielt nach einem Sparringspartner für SEO und Content gesucht. Unser Ziel war es, neue Impulse von außen zu erhalten, um unser Rankingpotenzial als bekannte Marke in unserem Marktsegment besser auszuschöpfen. Fabian und Benjamin haben sich tief eingearbeitet und dank ihrer umfassenden, datenbasierten Analyse konnten sie uns konkrete Optimierungsvorschläge für unsere SEO-Strategie liefern. Sehr gut hat uns gefallen, dass wir unser Ziel mit vorhandenen Mitteln und fokussierter Verprobung erreichen können.

Bernd Günther
Team Manager Marketing Shared Service, Sage Deutschland

Marketing ManagerInnen haben viele Projekte auf dem Tisch. Sie wissen, dass Suchmaschinenoptimierung relevant ist. Aber die konkrete Umsetzung – vor allem die Entwicklung einer fundierten SEO-Strategie – fällt ihnen sehr schwer.  

Genau darauf haben wir uns spezialisiert. Wir entwickeln SEO-Strategien für Unternehmen und stellen diese strukturiert und verständlich den Verantwortlichen vor. Anschließend beraten und begleiten wir die Inhouse-Teams bei der Umsetzung. 

Klingt interessant? Gerne können wir uns zu einem SEO Kennenlernen per Videokonferenz verabreden (30 Min.). 

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