Der erstaunliche SEO-Erfolg des Kuchen-Startups Uni-Cake

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Nichts für SEO gemacht – und trotzdem Top-Rankings: Auch das ist möglich. Wie? Das zeigt das Beispiel „Unicake“. Das Kuchen-Startup aus Mannheim hat sich wertvolle Google Rankings aufgebaut. Ohne dass irgendeine gezielte Optimierung zu sehen wäre.

Wie kann das passieren? Das diskutieren wir in dieser Podcast-Folge. Die Zusammenfassung und Charts im folgenden Artikel.

Die Case Study verrät viel darüber, wie der Google Algorithmus funktioniert. In der Case Study prüfen wir die gängigen SEO-Maßnahmen ab, die immer wieder empfohlen werden – auch von uns.

So viel vorab: Uni-Cake hat nichts davon umgesetzt. Und ist trotzdem erfolgreich. Also: Was ist das Erfolgsgeheimnis?

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Die SEO-Rankings von Unicake

Die Online-Bäckerei bzw. Konditorei ist seit ca. einem Jahr online. Die Website hat sich sowohl im informationellen Bereich als auch im transaktionalen Keyword-Bereich Top-Rankings aufgebaut:

  • Keywords „Cookies“, „Brownies“: Zu diesen sehr allgemeinen Suchbegriffen steht die Website in den Top10 bzw. Top20. Die Suchbegriffe sind extrem umkämpft. Hier finden sich auch zahlreiche Food-Blogs und mehrere Rezept-Plattformen.
  • Keywords „Brownies kaufen“, Kuchen kaufen, Kuchen online bestellen“: Zu diesen Suchbegriffen, die sehr nah am Kauf sind, hat sich das Startup Top5 bis Top1 Positionen aufgebaut. Es sind rein generische Begriffe, bei denen die User eine klare Absicht haben („kaufen“), aber noch keinen Anbieter ausgewählt haben. Also Neukunden.

Mit rund 800 Keywords steht die Website in den Top-100 bei Google – eine sehr überschaubare Anzahl von Suchbegriffen. Die Website hat also aus sehr wenigen Rankings sehr viel herausgeholt. Die Zahlen stammen aus der SEO Suite Sistrix.

Das Startup wird von Luisa Gallardo Leon betrieben. Sie hat die Online-Konditorei eröffnet. 

SEO Rankings Uni-Cake

Das Startup hat auf alle gängigen SEO-Maßnahmen gepfiffen

Keine tiefe Website-Struktur

Man erkennt sofort, dass das Startup keine gezielte SEO-Strategie hat. Übrigens eine normale Situation, weil sich Startups zu Beginn oft erst einmal auf andere Kanäle konzentrieren. Die gesamte Website hat nur 28 URLs, Funktionsseiten wie Über uns, Kontakt und Impressum inklusive. Es gibt keine gezielten Kategorieseiten, mit denen Keywords abgegedeckt werden – eine typische SEO-Vorgehensweise bei Onlineshops. Zum Vergleich: Wettbewerber wie „DeineTorte“ haben alleine rund 30 URLs nur zu Brownie-Keywords angelegt und ranken mit der gesamten Website zu 50.000 Keywords.

Keine Keyword Abdeckung

Natürlich ist auf der Website von Uni-Cake auch von Cookies oder Brownies die Rede. Trotzdem werden die Keywords bzw. Keyword Kombinationen wie „kaufen, bestellen, online bestellen“ etc. nur sehr spärlich oder auch gar nicht genannt. Beispiel „Brownie bestellen“ wird kein einziges Mal auf der Produktdetailseite genannt. Es steht rein die User Experience im Vordergrund. Auch bei den internen Links – ein weiterer SEO-Hebel – wird kaum auf Keywords geachtet bzw. rein redaktionell verlinkt. Beispielsweise wird mit „Geburstagskuchen“ auf „Brownies“ intern verlinkt – obwohl hinter beiden Begriffen Suchvolumen steckt.

Wenige Backlinks

Die Website selbst ist erst seit ca. einem Jahr online. Es gibt also keine Domain-Historie, die ein Vorteil sein könnte. Zwar verlinken einige Websites auf das Kuchen-Startup, zum Beispiel einige regionale Verlage, die über das Unternehmen geschrieben haben. Aber insgesamt hat die Website nur sehr wenig Backlinks. In der SEO-Welt gibt es viele Vertreter, die sehr stark damit argumentieren, dass Websites viele Backlinks benötigen. Wir selbst stehen dem schon länger kritisch gegenüber und plädieren für Digital Relations und Content-Formate. An diesem Beispiel sieht man: Das Thema Backlinks ist überbewertet – wenn es stattdessen andere Erfolgsfaktoren gibt.

Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Wie kommt ein SEO-Erfolg zustande, wenn man null SEO macht? Der einzige zentrale Rankingfaktor, der übrig bleibt: User Signale.

Über die User Signale wird in der SEO-Welt viel diskutiert – spätestens seit dem Google Algorithmus Leak, den wir hier analysiert haben. Zentrale Erkenntnis: Google wertet Klicks und Views aus und lässt sie in den Algorithmus einfließen.

Das Startup Unicake hat einen sehr starken „Brand Search“. Immer mehr User suchen nach der Marke. Der Grund: Das Startup ist extrem erfolgreich auf TikTok. Hier zeigt die Gründerin mit einem sehr sympathischen und nahbaren Behind-the-Scenes-Format, wie sie ihr Startup aufbaut. Die Videos erzielen regelmäßig sechs- bis siebenstellige View-Zahlen.

Das spiegelt sich im Brand Search bei Google wieder. Über 15.000 User geben in einzelnen Monaten den Marken-Namen ein. Es ist logisch, dass Google darauf reagiert. Die Website wird zu den Begriffen, die sich auf der Website abbilden, im Ranking nach vorne gestellt.

Im Leak bzw. verschiedenen Patenten ist ebenfalls herausgekommen, wie Google hier vorgeht. Eine Website wird Stück für Stück für einzelne Keywords getestet. Klicken viele User auf die Website, bekommt die Website zu mehr Keywords mehr und bessere Rankings (zumindest bis zu einem gewissen Punkt).

Da die Website durch Social Media sehr bekannt ist, kann man davon ausgehen, dass viele User auch bei Google auf die Website klicken. Die Bekanntheit und das positive Image auf TikTok überträgt sich auf die Klickrate (CTR) bei Google. Hohe Klickraten bzw. User Signals sind also ein zentraler Rankingfaktor.

TikTok Reichweite und Brand Search bei Google

TikTok Reichweite und Brand Search bei Google: Wenn Startups auf Social Media erfolgreich sind, steigen auch gleichzeitig die Suchen nach der Marke an. Das wiederum kann Auswirkungen auf die Google Rankings haben – Stichwort User Signals. Der Chart zur TikTok Reichweite stammt aus dem LinkedIn Profil der Gründerin, die mittlerweile auch eine Social Media Agentur gegründet hat, die auf organische Reichweiten spezialisiert ist.

Was würde passieren, wenn solche Love Brands ernsthaft SEO machen würden?

Uni-Cake ist die nächste Generation von Startups, die rein über TikTok groß werden – komplett ohne Werbebudget. Gleichzeitig beruht der Erfolg des Startups auf einem einzigen Kanal. Das Gleiche sehen wir auch bei vielen InfluencerInnen, die zum Beispiel auf Twitch oder YouTube sehr erfolgreich sind – aber andere Kanäle komplett unbespielt lassen. Und das, obwohl sie zum Beispiel sehr gute Chancen in SEO hätten.

Auch Unicake holt nur einen Bruchteil aus SEO heraus, was eigentlich möglich wäre. Wettbewerber in dem Umfeld bekommen sechsstelligen SEO-Traffic pro Monat, wie man mit professionellen SEO Suiten ermitteln kann.

Viele Unternehmen denken immer noch in Kanälen. SEO, Social Media, Ads – alles steht nebeneinander. Oft von verschiedenen Personen oder auch Dienstleistern betreut. Dabei zeigt das Beispiel: Die Kanäle befeuern und unterstützen sich gegenseitig.

Eine integrierte Kommunikationsstrategie, die alle Kanäle berücksichtigt und aufeinander abstimmt, ist sehr erfolgsversprechend – und letztlich ein zentraler Wettbewerbsvorteil. Hier stehen fast alle Unternehmen noch ganz am Anfang – ein Thema, das wir auch in den neuen Strategien der Content Distribution besprochen haben.

Fabian und Benjamin SEO Berater im Gespräch

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Wir sind Fabian Jaeckert (rechts) und Benjamin O’Daniel. Seit vielen Jahren arbeiten wir als Berater für Marketing-Teams. Dabei verbinden wir zwei Welten: Fabian ist der technische Experte, Benjamin übernimmt alle Themen rund um Content Entwicklung.

Nach meiner Weiterbildung zur SEO-Managerin war ich auf der Suche nach einer Möglichkeit, mein dort erworbenes Wissen in der Praxis weiter zu vertiefen. In der SEO-Academy von Fabian und Benjamin habe ich genau das gefunden: Die Beiden vermitteln handfestes und fundiertes SEO-Wissen, immer supernah an der Praxis und an ganz konkreten Beispielen. Sie machen kein Geheimnis aus ihren Vorgehensweisen und erlauben wertvolle Einblicke in ihre eigene Arbeit. Mein Fazit: ein sehr praxisnahes SEO-Lernprojekt, das hält, was es verspricht, und gleichzeit auch noch Spaß macht, weil man mit wirklich netten Menschen zu tun hat!

Heike Gruber
SEO-Managerin & Chefredakteurin, wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft

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