Was passiert, wenn Milliarden User mit der KI chatten anstatt bei Google zu suchen?

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Google gehört zu den wertvollsten Unternehmen der Welt – und wird derzeit in seinem Kernprodukt angegriffen: Der Google Suche. 

Denn mit einem persönlichen KI-Assistenten zu sprechen – das ist um Meilen besser, als Suchergebnisse zu durchforsten. Ein solcher KI-Assistent ist da: Es ist der neue Voice Assistant in der ChatGPT App.

Seitdem OpenAI GPT-4o live geschaltet hat, testen wir den Voice Assistant – und sind beeindruckt von der Qualität der Ergebnisse. Davon ausgehend diskutieren wir in unserer Podcastfolge ein Gedankenspiel:

Was wäre, wenn Milliarden User von Google rüberwandern zu einem KI Assistenten? 

Viel Spaß bei unserem Gedankenspiel – das aus unserer Sicht schon bald Realität werden könnte.

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Hier ein Beispiel für ein Gespräch mit der KI

Das Beispiel, das wir auch im Podcast diskutieren, stammt aus der Finanzwelt. Es geht um Altersvorsorge und Finanzberatung. Das Beispiel haben wir gewählt, weil dort ein hohes Suchvolumen, also ein hoher Bedarf vorhanden ist – und viele Unternehmen hier an ihrer SEO-Sichtbarkeit arbeiten oder alternativ Google Ads zu hohen Klickpreisen schalten (siehe Chart aus dem SEO-Tool Sistrix).

Unsere Anfrage an den Voice Assistant ist relativ komplex: Altersvorsorge im Kontext von Selbstständigkeit und Familie mit dem Wunsch nach Beratung. Nach einer ersten Einführung in das Thema (ca. 2 Minuten) vertiefen wir im Gespräch in Richtung Beratung – also ein typisches Thema, bei dem es um Leads geht.

Interessant: Hier werden vor allem Blogger*innen bzw. Influencer*innen empfohlen – und keine gängigen Unternehmen. Vielleicht nur ein Einzelfall – oder aber ein bestimmtes Muster. Das wird noch herauszufinden sein.

In weiteren Gesprächen mit der KI sind wir zu einzelnen Themen oder Personen in die Tiefe gegangen und haben auch hier zahlreiche Einordnungen und Erklärungen erhalten.

Und das in gesprochener Sprache ohne groß auf Aussprache zu achten. Die KI kann dem Gespräch immer folgen, hat keine Aussetzer – und “erinnert” sich auch noch mehrere Tage später an das vorherige Gespräch, obwohl wir in der Zeit zahlreiche andere Themen besprochen haben.

Ein Chat mit der KI ist besser als die Google Suche

Viel individueller

Bei einer typischen Search Journey feuern die User in der Regel eine ganze Reihe von Suchanfragen ab – von einzelnen Begriffen bis zu kompletten Fragen. Man gräbt sich durch die Suchergebnisse, in der Hoffnung gute Infos zu finden. Hier ein Beispiel für eine solche Customer Journey in SEO. Bei einem KI-Assistenten geht man anders vor: Man beschreibt seine individuelle Situation – und ist direkt viel tiefer und passgenauer in den Antworten. Die KI kann die Frage erfassen, verarbeiten und individuell darauf eingehen. Dadurch startet man direkt auf einem ganz anderen Level.

Wie ein echtes Gespräch

Man vertieft sein Thema auf eine ganz natürliche Art und Weise. Die KI erinnert sich auch an frühere Gespräche und knüpft dort wieder an. Bei einer Google Suche fängt man immer wieder von vorne an. Eine oft mühselige Arbeit. Ein weiterer Vorteil von der Steuerung per Stimme: Man hat seine Hände frei – und kann noch andere Dinge parallel machen. Auch ist es aus unserer Sicht nur noch eine Frage der Zeit, bis der KI-Assistent dann zum Beispiel auch auf Mails, Konto etc. zugreifen kann und man direkt über ihn etwas kaufen oder weiter kommunizieren kann.

Keine Werbung

In dem Gespräch mit der KI wird kein einziges Mal Werbung eingeblendet. Im Gegensatz zu Google, dass seine Werbeflächen seit Jahren immer weiter ausbaut. Die Werbefreiheit in dem KI-Assistenten wird aus unserer Sicht auch so bestehen bleiben: Da die Technologie dahinter nicht von einem einzelnen Unternehmen beherrscht wird, werden sich immer KI-Assistenten durchsetzen, die werbefrei sind. Eine Werbung im Gespräch einzublenden wäre ein massiver Verlust der UX-Qualität. OpenAI verdient sein Geld auch anders (mit Abos und Schnittstellen).

Wie schnell wandern die User ab? Zwei Szenarien

Langsam

Eine alte Weisheit beim Thema Innovation besagt: Man überschätzt die Veränderungen kurzfristig – und unterschätzt sie langfristig. Seit es das Internet gibt, werden neue Technologien in den Himmel gelobt – und bestehende Lösungen aufs Abstellgleis geschoben. Aber am Beispiel Zeitungen sieht man: Zwar gibt es einen Rückgang. Doch der läuft sehr langsam ab. Weil ganze Generationen damit aufgewachsen sind und weiter auf Papier lesen. Genau das Gleiche gilt für Google. Zumal die Ergebnisse bei Google auch oft sehr hilfreich sind. Dazu kommt: In jedem Projekt, das wir betreuen, ist Google der stärkste Traffic-Lieferant. Es wäre naiv, dass jetzt einfach beiseite zu schieben.

Schnell

Es spricht einiges dafür, dass die Disruption der Suche sehr schnell gehen wird. KI-Systeme wandern derzeit in praktisch alle Anwendungen und Geräte ein. Einige Beispiele: Apple baut ChatGPT in Siri ein (Bericht). WhatsApp integriert einen KI-Chatbot (Bericht). Im neuen Golf läuft die Sprachsteuerung über ChatGPT (Bericht). Und Sam Altmann von OpenAI? Sein großes Vorbild ist der Hollywood-Film “her” (hier der Kino-Trailer). Dort haben die Menschen überhaupt keine Geräte mehr in den Händen. Ein kleine Hardware-Box plus ein guter In-Ear-Kopfhörer reicht völlig aus. Falls sich also KI-Assistenten gegenüber klassischer Suche durchsetzen, dann passiert das sehr schnell. Weil KI derzeit überall einwandert.

Prognose: Extrem viel “Dark Traffic”

Zwar stellen wir jetzt schon in unserer Webanalyse fest, dass wir zum Beispiel Traffic aus KI-Systemen wie Perplexity bekommen. Aber trotzdem wird an dem Beispiel oben im Video klar: User werden sich extrem viel vorab bei ihren KI-Assistenten informieren, bevor sie eine Website besuchen.

Wir halten es für wahrscheinlich, dass der Traffic durch klassische Suchmaschinen zurückgehen wird. Nicht aber unbedingt die Relevanz. Denn innerhalb der KI-Systeme werden sich die User weiterhin über Themen und Unternehmen informieren und sich Rat suchen.

Es ist vergleichbar mit “Dark Traffic”, also wenn Website Besucher nicht mehr bestimmten Quellen zugeordnet werden können, weil sie etwa aus einem WhatsApp Link auf eine Website kommen. Nur dass der Traffic in KI-Systemen dagegen noch dunkler wird. Denn Nennungen von Unternehmen können nicht mehr nachvollzogen werden.

Perplexity Website Traffic

KI-Strategie: Für mehr Sichtbarkeit in KI-Systemen

Technische Basis

Derzeit verläuft die öffentliche Diskussion sehr stark in die Richtung, dass KI-Systeme von Websites ausgeschlossen werden sollten. Aus unserer Sicht ist das nicht zielführend. Zum einen, weil alle Sprachmodelle längst das gesamte Internet eingespeist haben. Zum anderen weil die User auch erwarten werden, dass ihr KI-Assistent Angebote von Websites erkennt und weiterverarbeiten kann. Es wird also in Zukunft darum gehen, Schnittstellen zu bedienen. Ein Thema, das wir mit unseren SEO GPTs derzeit bearbeiten.

Content Marketing und SEO

Viele Websites, die von ChatGPT und anderen KI-Systemen genannt werden, stehen schon jetzt zu den relevanten Suchbegriffen bei Google vorne. Das sieht man sehr gut auch bei Perplexity, das als Quellen neben dem KI-Ergebnis oft Websites aus den Top5 oder Top10 referenziert. Auch weitere organische Kanäle werden in unserem Beispiel erkannt und als Kriterium für die Auswahl genommen. Unternehmen, die jetzt in ihre organische Sichtbarkeit investieren, haben sehr gute Chancen, auch in KI-Systemen genannt zu werden.

Für mehr organische Sichtbarkeit – in allen Systemen

SEO Content Audit durchführen

Wir sind Fabian Jaeckert (rechts) und Benjamin O’Daniel. Seit vielen Jahren arbeiten wir als Berater für Marketing-Teams. Dabei verbinden wir zwei Welten: Fabian ist der technische Experte, Benjamin übernimmt alle Themen rund um Content Entwicklung.

Wir haben für unser Online-Magazin das Thema SEO bislang oft nach Bauchgefühl umgesetzt. Jetzt wollten wir es professionalisieren. Fabian und Benjamin haben uns in einem SEO-Sparring gezeigt, welche Ranking Potenziale wir haben und was wir ganz konkret am Content tun müssen, um unsere Rankings zu verbessern und unseren Traffic zu steigern. Sie haben uns gezeigt, wie wir SEO im Redaktionsalltag und im Team besser verankern. Vielen Dank für den tollen Online-Workshop und euren super Input für unsere SEO-Strategie.

Jenny Ritter
Geschäftsführerin, 22places

“Wie können wir unsere SEO Sichtbarkeit verbessern?” Heute bei Google – morgen vielleicht schon in KI-Systemen?

Diese Fragen stehen hinter jedem Projekt, bei dem wir an Bord geholt werden. Wir entwickeln SEO-Strategien für Unternehmen und stellen diese in Fokus-Workshops strukturiert und verständlich den Verantwortlichen vor. Anschließend begleiten wir die Inhouse-Verantwortlichen bei der Umsetzung. 

Als Zwei-Mann-Beratung decken wir sowohl den technischen Part als auch die Content-Expertise ab. Genau das, womit man heute und auch in Zukunft Erfolge in organischer Reichweite erzielt.

Klingt interessant?

Gerne können wir uns zu einem SEO Kennenlernen per Videokonferenz verabreden (30 Min.). 

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